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20.10.2020

Linksabbiege-Verbot in Agatharied

Der Knotenpunkt der Bundesstraße B 307 mit der Kreisstraße 21 im Haushamer Ortsteil Agatharied ist ein Unfallschwerpunkt. In den vergangenen fünf Jahren wurden an dieser Stelle 21 Verkehrsunfälle mit insgesamt 11 Verletzten polizeilich registriert. Um die Unfallgefahr kurzfristig zu reduzieren, wird der Verkehr Richtung Miesbach künftig über den Agatharieder Kreisel umgeleitet. Direktes Linksabbiegen von der Kreisstraße in die Bundesstraße Richtung Miesbach ist nicht mehr erlaubt.

Es ist eine Maßnahme, die den Unfallschwerpunkt zumindest teilweise entschärfen soll: Direktes Linksabbiegen von der MB 21 (Fehnbachstraße) auf die B 307 Richtung Miesbach ist künftig verboten. Das hat die Unfallkommission des Landkreises, bestehend aus dem Landratsamt als unterer Straßenverkehrsbehörde, dem Staatlichen Bauamt Rosenheim sowie der Polizeiinspektion Miesbach, beschlossen. Grund für die Anordnung ist die Unfallhäufung an der Kreuzung durch sogenannte „Einbiege-/Kreuzen-Unfälle“. Viele von der MB 21 in die B 307 abfahrende Linksabbieger nach Miesbach haben aus Miesbach kommende Verkehrsteilnehmer schlichtweg übersehen. Zudem kam es zu mehreren Auffahrunfällen wegen Linksabbiegern. Bei 21 polizeilich registrierten Unfällen in den vergangenen fünf Jahren verletzten sich 11 Personen.

Das Linksabbiegeverbot löst nicht alle Probleme an der Stelle. Ein erhöhtes Unfallrisiko von Linksabbiegern von der B 307 in die MB 21 Richtung Fehner Schmiede bleibt. Die Unfallkommission rät deshalb zu weiteren Maßnahmen: Mittelfristig könnte eine Ampelanlage helfen, die das Staatliche Bauamt Rosenheim derzeit plant. Langfristig ist eine Ableitung der MB 21 hin zum Kreisverkehr wünschenswert. Allerdings sind Grundeigentumsverhältnisse sowie bautechnische und verwaltungsrechtliche Aspekte komplex und die Kosten hoch, sodass diese „große Lösung“ noch einige Zeit beanspruchen wird. Noch im Herbst sind Gespräche auch mit Beteiligung der Gemeinde angesetzt, um eine langfristige Lösung des Verkehrsknotenpunktes zu finden.

Wegen der Verkehrssicherungspflicht und der anhaltenden Unfallhäufung müssen jedoch auch kurzfristige Maßnahmen ergriffen werden. Das Linksabbiegeverbot ist die einzige kurzfristig durchführbare Möglichkeit, die Unfallgefahr an der Stelle zu reduzieren. Die Maßnahme wird in etwa 1,5 Jahren auf ihre Wirksamkeit und Notwendigkeit hin überprüft.

Weiterhin Linksabbiegen dürfen nur Einsatzfahrzeuge und Linienbusse. Diese beiden Ausnahmen dienen dem öffentlichen Interesse der Sicherstellung der Hilfsfristen von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei sowie der Aufrechterhaltung und Förderung der Schülerbeförderung und des ÖPNV. Auch aus Sicht der Verkehrssicherheit sind die beiden Ausnahmen vertretbar, da das Fahrpersonal besonders qualifiziert ist, die Fahrzeuge gut erkennbar sind und ggf. mit Sondersignal fahren.

Die neuen Markierungen werden ab Donnerstag angebracht; anschließend ist Linksabbiegen verboten.