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21.10.2020 Update Corona Landkreis Miesbach - Landkreis überschreitet Schwellenwert - weitere Einschränkungen ab Donnerstag

Die Corona-Lage im Landkreis im Überblick:

-        Landkreis überschreitet Schwellenwert, nun rote Stufe auf der Corona-Ampel

-        Maßnahmen der Ampel gelten ab Donnerstag, 22.10.2020

-        Ziel der Maßnahmen: Präsenz-Betreuung an Schulen und Kindertageseinrichtungen so lange wie möglich aufrechterhalten

-        Keine Ausnahme von Maskenpflicht für Grundschüler möglich, jedoch alle Spielräume zur Präsenzbetreuung ausgereizt

-        Landkreis führt „Sport-Ampel“ für Landkreis-Sporthallen ein

 

 

Nun hat der Landkreis Miesbach auch den Schwellenwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. Das Robert-Koch-Institut meldet eine 7-Tage-Inzidenz von 51 für den Landkreis. Amtsintern geht man jedoch von einem noch deutlich höheren Wert aus, weil nach der Stichzeit des RKI weitere Fälle beim Gesundheitsamt eingegangen sind. Verbindlich für die Anordnung von Maßnahmen ist der Wert von RKI oder LGL und falls diese sich wegen unterschiedlicher Stichzeiten unterscheiden, der höhere Wert von beiden.

 

Ab Donnerstag, 22.10.2020, gelten daher folgende Maßnahmen über die 7. Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung hinaus:

-        sämtliche privaten Kontakte und Feiern (z.B. Geburtstagsfeier, Hochzeitsfeier, Trauerfeier): max. 5 Personen oder 2 Haushalte (d.h., mehr als 5 Personen nur, wenn aus max. zwei Haushalten)

-        Maskenpflicht am Platz für Schüler aller Jahrgangsstufen inklusive Grundschule, sowie am Platz bei Theatern, Kinos etc., sowie auf allen Begegnungs- und Verkehrsflächen der Arbeitsstätte

-        Maskenpflicht an stark frequentierten Plätzen: Bahnhöfe, Bushaltestellen, Märkte

-        Sperrstunde ab 22 Uhr

Diese Maßnahmen sind durch die Bayerische Corona-Ampel verbindlich vorgegeben. Ausnahmen könnten nur erteilt werden, wenn es ein abgrenzbares Infektionsgeschehen (z.B. in einer Pflegeeinrichtung) gäbe. Das Infektionsgeschehen ist jedoch über den gesamten Landkreis, alle Gemeinden und alle Bevölkerungsgruppen verteilt, sodass von den Ausnahme-Möglichkeiten kein Gebrauch gemacht werden kann.

 

Leider kann auch von der Maskenpflicht am Platz, die nun auch für Grundschüler gilt, keine Ausnahme gemacht werden, da die Voraussetzung für die Ausnahme-Erteilung ist, dass es ein abgrenzbares Infektionsgeschehen gibt. Aktuell stehen insgesamt fünf Klassen (heute eine weitere am Gymnasium Tegernsee) und drei Kindertageseinrichtungen unter Quarantäne.

 

Die Koordinierungsgruppe hat sich heute Vormittag unter der Leitung von Landrat Olaf von Löwis sehr lange und ausführlich mit der Frage beschäftigt, wie Schulunterricht und Kindertagesbetreuung in den kommenden Wochen und Monaten möglich sein wird. Landrat Olaf von Löwis hat die Zielsetzung vorgegeben: „Kinder sollen so lange es irgendwie möglich ist, vor Ort in den Schulen und Kindertageseinrichtungen betreut werden.“ Der Landkreis weicht deshalb in zwei Punkten von den Vorgaben der Staatsregierung ab:

  1. Eigentlich müssten Schüler ab der 50er Inzidenz zusätzlich zu den Masken einen Abstand von 1,5 m im Klassenzimmer einhalten. Weil das aber räumlich in den meisten Schulen nicht möglich ist, würde diese Vorgabe einen Wechsel zwischen Präsenz- und Distanz-Unterricht bedeuten. Landrat von Löwis hat deshalb entschieden, dass Präsenzunterricht weiterhin stattfindet, auch wenn der Abstand im Klassenzimmer nicht gewahrt werden kann.
  2. Bei den Kindertageseinrichtungen hat von Löwis entschieden, dass weiterhin Stufe 2 des dreistufigen Rahmenplans gilt. Gruppengrößen müssen also nicht reduziert werden. Kinder mit leichten Krankheitssymptomen (Schnupfen, gelegentlicher Husten) dürfen weiter in die Kindertageseinrichtung. In Stufe drei, die ab der 50er Inzidenz aktiviert werden kann, müsste die Gruppengröße reduziert werden und ein negativer Corona-Test bei Krankheitssymptomen vorgelegt werden. Beides würde dazu führen, dass wieder mehr Kinder von der Kindertagesbetreuung ausgeschlossen werden würden.

Um die Maskenpflicht für alle Schüler und Lehrer aller Jahrgangsstufen und für die Mitarbeiter in Kindertageseinrichtungen kommt der Landkreis aber nicht rum. Landrat von Löwis: „Ich verstehe es persönlich sehr gut, dass sich viele Eltern Sorgen machen, wenn ihre Kinder nun Maske tragen müssen. Ich habe selbst zwei inzwischen erwachsenen Söhne und Enkel, auch im Grundschulalter, und habe größtes Verständnis für alle Eltern, die mir schreiben. Ich versuche, jeden Brief so gut es geht selbst zu beantworten. Jedoch bleibt uns momentan nichts Anderes übrig. Die Masken helfen uns dabei, Präsenzunterricht stattfinden zu lassen. Ohne Masken könnten wir an vielen Schulen keinen Präsenzunterricht mehr durchführen. Das wäre fatal für die Eltern. Die Ärzte im Gesundheitsamt und die Vertreter der niedergelassenen Ärzte in der Koordinierungsgruppe bestätigen mir, dass Masken keine gesundheitsschädigende Wirkung haben. Ich bitte also alle Eltern, unsere Linie zu unterstützen und an alle Großeltern und besonders gefährdete Menschen in ihrem Umfeld zu denken.“

 

Nachdem Maskenpflicht nun für alle Schüler in der Schule und an den Bus- und Bahnhaltestellen gilt, bittet die Koordinierungsgruppe darum, dass die Kinder die Masken auch auf den stark frequentieren Schulwegen (beispielsweise auf dem Gehsteig zwischen Bahnhof und Schule) tragen.

 

In Anlehnung an die bayerische Corona-Ampel führt der Landkreis eine „Sport-Ampel“ für die Landkreishallen ein:

Stufe grün – es gelten die Regelungen der aktuellen Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung.

Stufe gelb – es gelten die Regelungen der aktuellen Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung, darüber hinaus maximal 10 Sportler in einem Sporthallendrittel, Maskenpflicht bei nichtsportlicher Betätigung, Maskenpflicht für Zuschauer.

Stufe rot – es gelten die Regelungen der aktuellen Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung, darüber hinaus maximal 5 Sportler in einem Sporthallendrittel, Maskenpflicht bei nichtsportlicher Betätigung, Maskenpflicht für Zuschauer.

 

Die Maßnahmen gelten so lange, bis der Inzidenz-Wert sechs aufeinanderfolgende Tage unter dem Schwellenwert bzw. dem Signalwert liegt.