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19.08.2020 Update Corona Landkreis Miesbach - Infektionsgeschehen in Holzkirchner Betrieb

Wie befürchtet hat sich ein beträchtlicher Teil der Arbeiterschaft in einem Holzkirchner Betrieb mit dem Coronavirus infiziert. Ausgangspunkt der Infektionen ist aber wohl nicht der Betrieb, sondern wahrscheinlich die beengten Unterkünfte der aus Osteuropa und den Balkanstaaten stammenden Arbeiter. Der Betrieb wird deshalb vorerst nicht geschlossen. 

Wie berichtet stellte das Gesundheitsamt am Samstag 19 Bewohner einer Gemeinschaftsunterkunft in der Münchner Straße unter Quarantäne, nachdem einer der Bewohner positiv getestet wurde. Seit Dienstag liegen die Abstrichergebnisse der übrigen Bewohner vor: fünf weitere Personen haben sich infiziert, sodass derzeit sechs der 19 Bewohner bestätigtermaßen positiv sind.

Da zwölf der 19 Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft in derselben Firma arbeiten, ordnete das Gesundheitsamt an, alle Kollegen am Montagmorgen zu testen. Von den 62 Mitarbeitern der Firma wurden zwischen Samstag und Montag 46 abgestrichen. Die 16 übrigen Mitarbeiter waren wegen Urlaub oder Krankheit länger nicht im Betrieb und wurden deshalb nicht abgestrichen.

Stand Mittwochmittag liegen dem Gesundheitsamt insgesamt zwölf positive sowie 34 negative Fälle unter den Mitarbeitern vor. Die zwölf positiven Fälle setzen sich aus fünf Bewohnern der Gemeinschaftsunterkunft an der Münchner Straße, zwei Mitarbeitern aus Miesbach, sowie fünf Mitarbeitern, die in anderen Unterkünften in Holzkirchen wohnen, zusammen.

Alle positiven Mitarbeiter wurden unter Quarantäne gestellt, genauso ihre engen Kontaktpersonen aus dem beruflichen und privaten Umfeld. Als enge Kontaktperson zählt, wer länger als 15 Minuten ohne Maske und Abstand Face-to-Face-Kontakt zu einem positiven Fall hatte.

Die Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft wurden bereits erneut abgestrichen. Ende dieser Woche werden zusätzlich alle Mitarbeiter der Firma noch einmal abgestrichen. Es ist möglich, dass die Zahlen nach den erneuten Testungen noch einmal steigen. Sollten sich weitere Mitarbeiter infiziert haben, müssen auch diese und ihre engen Kontaktpersonen unter Quarantäne – genauso, wie es seit Monaten praktiziert und vom Robert-Koch-Institut vorgegeben wird.

Eine Betriebsschließung steht nicht zur Debatte, da sich die Infektionen wohl in den Unterkünften und nicht im Betrieb ausgebreitet haben. Das Hygienekonzept des Betriebs konnte die Ausbreitung des Virus nicht mehr stoppen.

Vor allem durch das Ausbruchsgeschehen in der Firma steigen die Infektionszahlen noch einmal deutlich an: In den vergangenen sieben Tagen haben sich 28 Personen im Landkreis angesteckt, alleine seit Sonntag kamen 15 neue Fälle hinzu.