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03.11.2020 Update Corona Landkreis Miesbach - Plexiglas leider keine Alternative zu Maskenpflicht in Schulen - Asyl-Gemeinschaftsunterkunft unter Quarantäne

Die Corona-Lage in Kürze:

  • Vorschlag „Plexiglaswände“ statt Masken in Schulen diskutiert
  • Leider keine Alternative zu Maskenpflicht in allen Jahrgangsstufen, um Präsenzunterricht aufrecht zu erhalten
  • Hinweise, dass Virus sich auch innerhalb von Klassen weiterverbreitet hat
  • Asyl-Gemeinschaftsunterkunft in Holzkirchen unter Quarantäne

„Alle konstruktiven Beiträge finden Eingang in die Überlegungen unserer Koordinierungsgruppe – Beleidigungen, Verschwörungstheorien o.ä. nicht“, stellt Landrat Olaf von Löwis klar. Die Rückmeldungen, die der Landrat und die Koordinierungsgruppe aus der Bevölkerung erhalten, sind komplett verschieden. Während viele froh und dankbar sind, dass im Landkreis Miesbach am Präsenzunterricht und der Präsenzbetreuung in Kindertageseinrichtungen festgehalten wird, gibt es nach wie vor Beschwerden über die Maskenpflicht an Grundschulen.

Ein kreativer und vor allem konstruktiver Vorschlag erreichte die Koordinierungsgruppe am Wochenende: Eine Initiative aus Fischbachau fragte an, ob es möglich wäre, Plexiglaswände an den Schulbänken zwischen den Schülern zu installieren, um die Maskenpflicht zu umgehen. „Ich halte das für einen sehr spannenden Vorschlag und habe ihn sofort am Montag mit in die Koordinierungsgruppe genommen“, erzählt Landrat von Löwis. Dort wurde der Vorschlag intensiv diskutiert.

Was sich in der Theorie sehr überzeugend anhört, ist in der Praxis leider nicht möglich: Die Wissenschaft geht davon aus, dass das Virus hauptsächlich durch Aerosole übertragen wird. Das Plexiglas bremst die Aerosole aber leider nicht, sondern erschwert sogar den gewünschten Luftaustausch durch Stoß- und Querlüften. Ohne Masken verteilen sich die Aerosole also ungehindert in der Luft, auch in Richtung der anderen Mitschüler und Gänge zwischen den Reihen.

Auch rechtlich gibt die Achte Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung, die nochmal eine Verschärfung der Siebten darstellt, keinen Ersatz der Maskenpflicht in Schulen durch Plexiglaswände her. Die einzige Möglichkeit, derzeit am Präsenzunterricht festzuhalten, bleibt die Maskenpflicht.

„Wir behalten den Vorschlag aber auf jeden Fall im Auge“, verspricht Landrat von Löwis. „Ich danke allen, die sich konstruktiv an der Diskussion beteiligen. Wir alle verfolgen doch das gleiche Ziel, nämlich die Ausbreitung des Virus einzudämmen und ein Stück Normalität zu etablieren.“

Inzwischen gibt es auch im Landkreis Miesbach Hinweise darauf, dass sich das Virus nicht nur bei privaten Kontakten von Kindern, sondern auch innerhalb von Klassen verbreitet hat. Es bleibt abzuwarten, wie sich das Infektionsgeschehen nach den Herbstferien in der kommenden Woche weiterentwickelt.

In Holzkirchen musste eine Gemeinschaftsunterkunft mit 21 Asylbewerbern unter Quarantäne gestellt werden, nachdem ein Bewohner positiv auf das Virus getestet wurde. Der Bewohner wurde in eine andere Unterkunft gebracht. Die restlichen Bewohner verbringen die Quarantäne in der Unterkunft. Um das Objekt wurde ein Bauzaun errichtet, der den Bewohnern den Aufenthalt im Freien ermöglicht.