Seiteninhalt

17.11.2020 Update Corona Landkreis Miesbach - Soldaten unterstützen bei der Kontaktnachverfolgung

Zehn Soldatinnen und Soldaten des Gebirgsjägerbataillons 233 Mittenwald unterstützen seit vergangener Woche das Contact Tracing Team (CTT) am Gesundheitsamt Miesbach. Der Fachbereich „Öffentliche Sicherheit“ hatte über das Kreisverbindungskommando unter der Leitung von Oberstleutnant Thomas Weiß einen Amtshilfeantrag bei der Bundeswehr zur Kontaktpersonennachverfolgung gestellt, als die täglichen Neuinfektionen Ende Oktober/Anfang November im Landkreis stark stiegen.

Ohne die Hilfe der Soldaten wäre es angesichts der vielen Fälle deutlich schlechter möglich, Infektionsketten zu unterbrechen. So ist es wahrscheinlich auch der nach wie vor sehr aufwendigen Arbeit der Contact Tracer zu verdanken, dass Infektionsketten zwischenzeitlich wieder besser unterbrochen werden können und die Zahlen im Landkreis daher seit einigen Tagen sinken. Sicher spielen aber auch die Einschränkungen eine Rolle. Für eine Entwarnung ist es aber noch viel zu früh. Landrat Olaf von Löwis: „Wir freuen uns über den kurzfristigen Rückgang der Neuinfektionen, aber das ist nur eine Momentaufnahme. Momentan sieht es so aus, als wären wir auf dem richtigen Weg, aber die Zahlen können sich jederzeit wieder ändern. Ich danke den Soldatinnen und Soldaten für ihre Unterstützung.“

Die Bundeswehr kann nach Artikel 35 Grundgesetz in Krisenfällen im Inland Amtshilfe leisten, wenn zivile Kräfte mit eigenen Mitteln und Mitteln anderer zivilen Behörden die Lage nicht bewältigen können. Die Bundeswehr teilte letzte Woche mit, dass über 6.000 Soldaten an 297 Gesundheitsämtern in ganz Deutschland in der Corona-Hilfe gebunden seien. In Miesbach bleiben die Soldaten vorerst bis mindestens Dezember.

Die Bundeswehr unterstützte den Landkreis Miesbach während der Corona-Pandemie bereits zweimal: Insgesamt 40 Soldaten wurden über die Aktion „Helfende Hände“ in der nach einem Corona-Ausbruch in Schieflage geratenen Senioreneinrichtung in Schliersee eingesetzt. Im Frühsommer wurden außerdem nacheinander zwei Ärztinnen zur Verstärkung der Amtsärzte im Gesundheitsamt abgeordnet. Auch unabhängig von Corona ist die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr über das Kreisverbindungskommando hervorragend: Die Verbindungs-Soldaten nehmen an allen Katastrophenschutz-Übungen teil und vermittelten unter anderem den schnellen Einsatz der Bundeswehr zu Beginn der Schneekatastrophe.

Die aktuelle Delegation der Bundeswehr kümmert sich um die Kontaktpersonennachverfolgung: Sie informieren Index-Fälle und versuchen, mit ihnen zusammen Kontaktpersonen zu identifizieren. Auch die Kontaktpersonen werden so weit wie möglich vom CTT informiert.

Die Kontaktpersonennachverfolgung ist sehr personal- und zeitintensiv. Aktuell arbeiten bis zu 25 Contact Tracer verteilt von den frühen Morgen- bis späten Abendstunden an sieben Tagen pro Woche. Es handelt sich Abordnungen aus anderen Fachbereichen des Landratsamtes, um von der Regierung von Oberbayern neu eingestellte Kräfte und Abordnungen anderer Behörden. Weitere fünf Stellen sind derzeit ausgeschrieben.

Aktuelle Zahlen wie immer in der Randspalte. 

Sophie Stadler, Leitung Büro Landrat & Pressesprecherin