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19.12.2019

Kreistagsinformationsfahrt nach Bozen und Mals

Am ersten Adventswochenende unternahm eine Delegation des Kreistages Miesbach eine Informationsfahrt nach Bozen und Mals im Vinschgau. Am ersten Tag wurde in Bozen der NOI TECHPARK Südtirol besichtigt. Im NOI TECHPARK Südtirol finden Unternehmen, Universität und Forschungseinrichtungen den Raum für Forschung und Innovation in verschiedenen Technologiefeldern, die Südtirols Stärken darstellen. In einer mehrstündigen Führung konnten sich die Mitglieder des Kreistages ein Bild über das Leistungsspektrum des NOI TECHPARK Südtirol verschaffen.

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Am Samstag führte die Reise in das Vinschgau nach Mals, wo die Delegation im ersten Anlauf eine Naturkäserei besichtigen konnten. In dem Vortrag wurden die Entstehung der Naturkäserei, die Viehhaltung und die Züchtung der alten Rinderrassen, aber auch die damit verbundenen Schwierigkeiten vom Eigentümer geschildert.Nach der Käseverkostung stand der Besuch beim 1. Bürgermeister der Gemeinde Mals, Ulrich Veith, auf dem Programm.
Der Bürgermeister gab einen Überblick über die Gemeinde Mals und ihre Ortsteile.

Anschließend wurden die Themenpunkte Elektrifizierung der Bahnstrecke Meran – Mals, erneuerbare Energien, Pestizidverbot und auch die bauliche Entwicklung der Gemeinde vorgestellt.


Vinschgerbahn

Mit fast zwei Millionen Fahrgästen pro Jahr hat die Vinschger Bahn die ursprünglichen Erwartungen weit übertroffen und ihre Kapazitätsobergrenze längst erreicht. Die Elektrifizierung der Bahnlinie ist Teil eines Gesamtkonzeptes für den lokalen Bahnverkehr in Südtirol mit dem Ziel, die lokale Eisenbahn weiter zu stärken als Rückgrat einer nachhaltigen Mobilität, sodass die Eisenbahn für möglichst viele Zielgruppen die bessere Alternative wird zur Fahrt mit dem eigenen Auto.

Insgesamt 18 Bahnhöfe und Haltestellen (Bahnhof Meran mit eingerechnet) 33 beschrankte Bahnübergänge (davon drei nur für Fußgänger). Alle Bahnhöfe und Haltestellen sind mit erhöhten Bahnsteigen ausgerüstet, die ein barrierefreies Ein- und Aussteigen ermöglichen. Die ein-gleisige Vinschger Bahnlinie ist im Besitz der landeseigenen In-house-Gesellschaft STA und wird von dieser auch geführt.

Stromversorgung

Im Dezember 2015 erwerben die sechs Gemeinden Graun, Mals, Taufers, Glurns, Schluderns und Laas das Ex-ENEL-Stromnetz im jeweiligen Gemeindegebiet, die Gemeinde Schlanders nimmt das Ex-ENEL-Restnetz in ihrem Gemeindegebiet ins Eigentum. Nebenbei startet die Genossenschaft den Stromverkauf an Endkunden und öffnet sich damit auch Privaten (Bürgern und Betrieben) mit dem Angebot der Mitgliedschaft.

Mit dem etwa 450 km langen Stromnetz (Mittel- und Niederspannungsleitungen) und den dazugehörenden Anlagen und Infrastrukturen versorgen wir rund 8.500 Stromabnehmer mit elektrischer Energie. Der Focus liegt auf einer sicheren und zuverlässigen Energieversorgung. Den eingeschlagenen Weg der eigenständigen, dezentralen, ökologisch und sozial verträglichen Energieversorgung ist man mittlerweile ein weites Stück gegangen und dem Bestreben, den Vinschgau zu einem Tal ohne fossile Brennstoffe zu machen, ist man ebenfalls ein gutes Stück nähergekommen.

Pestizide

Im September 2014 konnten die Malser Bürger im Rahmen einer Volksabstimmung über eine pestizidfreie Gemeinde abstimmen. Mit fast 76 Prozent sprachen sie sich dafür aus. Dieser Wunsch wird von der Gemeinde umgesetzt – und noch mehr: Gemeindeeigene Großküchen, wie Kindergarten- und Schulmensa, werden auf Bioprodukte umgestellt und die biologische Landwirtschaft wird noch stärker gefördert. Die Abstimmung, aus der das Verbot resultierte, wird zwar Mitte 2016 vom Bozener Landesgericht als ungültig erklärt. Doch das Pestizid-Verbot in der Gemeinde Mals bleibt bestehen.