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28.04.2020 Update Corona Landkreis Miesbach

Bisher wurde bei 510 Personen im Landkreis Miesbach das SARS-CoV-2-Virus bestätigt. 445 Personen davon sind allerdings wieder genesen, sodass nur 57 aktuell als aktive Fälle gelten. Stationär behandelt werden sechs Personen, drei davon intensivmedizinisch.

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Die Bewohner der Einrichtung für Menschen mit Behinderung in Schliersee, in der am Wochenende mehrere Covid-Fälle bei Bewohnern und Mitarbeitern festgestellt wurden, bleiben vorerst in ihrer Einrichtung. Eine Verlegung der schwer geistig behinderten Erwachsenen wird medizinisch nicht für sinnvoll erachtet. Zusätzlich zu den externen Pflegekräften, die von den Krisenstäben des Landkreises und des BRK seit dem Wochenende kurzfristig hinzugezogen wurden, unterstützt die kbo-Lech-Mangfall-Klinik Agatharied den Betrieb vor Ort mit Pflegepersonal. Zusammen mit den nicht-erkrankten Mitarbeitern der Einrichtung haben die Pflegekräfte die Lage im Griff. Die Bewohner sind alle stabil, zeigen aber Krankheitssymptome. In der Einrichtung werden zahlreiche Sofortmaßnahmen zur Unterbrechung der Infektionskette umgesetzt (u.a. Desinfektion aller Flächen), um die bestmögliche Versorgung der Bewohner sicherzustellen.

Gerade vor dem Hintergrund des Covid-Ausbruchs in einer besonders schutzbedürftigen Einrichtung bittet der Krisenstab die Bürger im Landkreis Miesbach noch einmal eindringlich darum, die Hygiene- und Abstandsregeln und das Maskengebot zu befolgen. Die Persönliche Schutzausrüstung, die das Landratsamt zentral beschafft, soll medizinischem Personal vorbehalten werden. Das Schutzmaterial wird von Ärzten, Pflegern und Menschen, die den Abstand nicht wahren können, benötigt. Deshalb bitten der Krisenstab des Landkreises, der Ärztliche Kreisverband unter Vorsitz von Dr. Thomas Straßmüller und Versorgungsarzt Dr. Florian Meier: Bei der Inanspruchnahme von medizinischen Leistungen – egal ob Arztbesuch, Physiotherapie oder medizinische Fußpflege – sollen Patienten bitte einen eigenen Mund-Nasen-Schutz verwenden. Einfache Masken, selbstgenähte Baumwoll-Masken oder notfalls ein Schal oder Tuch reichen. Es obliegt dem Hausrecht, Patienten ohne Mund-Nasen-Schutz den Zutritt zu verweigern.

Besonders nachdenklich stimmt den Krisenstab ein Fall aus Gmund: Eine Physiotherapie-Praxis hat die vom Katastrophenschutz zur Verfügung gestellten Masken offenbar gewinnbringend weiterverkauft. Der Krisenstab prüft rechtliche Schritte. Selbst wenn sich der Verkauf nicht mehr beweisen lassen sollte, ist das ein Vertrauensbruch gegenüber allen, die Tag und Nacht versuchen, Schutzausrüstung für besonders schutzbedürftige Bereiche wie Seniorenheime oder Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen zu beschaffen.

Der Krisenstab bedankt sich in diesem Zusammenhang bei denjenigen ortsansässigen Unternehmern, die dem Landkreis in Zeiten größter Not mit Schutzausrüstung ausgeholfen haben. Bekanntermaßen waren die staatlichen Lieferungen zu Beginn der Pandemie mehr als nur dürftig. Viele Unternehmer haben sich von sich aus an das Beschaffungs-Team des Krisenstabs gewandt und ihre Geschäftskontakte im In- und Ausland zur Verfügung gestellt oder über diese Kanäle selbst die dringend benötigte Schutzausrüstung für den Krisenstab beschafft. Ohne diese Unterstützung wäre die Situation vor allem in den Pflege-, Senioren- und Behinderteneinrichtungen im Landkreis nun sicher eine andere. Auch die Unterstützung der Bürgermeister für den Krisenstab ist groß: Stellvertretend für alle möchte sich der Krisenstab speziell bei den Bürgermeistern Eglseder, Hallmannsecker und von Löwis bedanken, die in ihren Gemeinden besonders aktiv um die Akquise von Schutzmaterial geworben haben.