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Update Corona Landkreis Miesbach

Die Corona-Lage in Kürze:

  • Ein Viertel aller bisher positiv getesteten Personen im Monat Oktober
  • Gesundheitsamt und Contact Tracing Team gibt Bestes, um Infektionsketten noch unterbrechen zu können
  • Kinder in 35 Schulklassen oder Kita-Gruppen in Quarantäne
  • Asylbewerber (nicht in Sammelunterkunft!) positiv getestet
  • Videobotschaft des Landrats (via Facebook, Ansehen ohne Anmeldung möglich)

Mehr als ein Viertel aller bisher positiv auf das Coronavirus getesteten Menschen im Landkreis Miesbach infizierte sich in den vergangenen vier Wochen. Waren bis 1. Oktober noch 757 Personen seit Beginn der Pandemie (erster Fall im Landkreis Miesbach am 5. März) positiv getestet worden, sind es heute, am 30. Oktober, 1057.

Die Mitarbeiter im Gesundheitsamt und im Contact Tracing Team geben ihr Bestes, die Infektionsketten noch unterbrechen zu können. Sie arbeiten an sieben Tagen pro Woche meist bis spät in die Nacht. Es ist jedoch nicht mehr möglich, jede Infektionskette zu unterbrechen. Dazu werden täglich zu viele positive Befunde gemeldet.

Das Landratsamt hat in den Sommermonaten größte Anstrengungen unternommen, das seit März im Ausnahmezustand befindliche Gesundheitsamt zu stärken. Der Personalstamm wurde verdreifacht. Es wurden neue, ergänzende Strukturen geschaffen. Der Kreisausschuss hat im Sommer eine Stelle für eine zusätzliche Führungskraft genehmigt, die inzwischen ihre Arbeit aufgenommen hat. Es wurden Bürocontainer beschafft, Computer, Telefone und Büromöbel gekauft, Mitarbeiter eingearbeitet. Aktuell haben darüber hinaus die anderen Fachbereiche des Landratsamtes erneut Mitarbeiter an das Gesundheitsamt abgeordnet, um der großen Masse an täglich gemeldeten Neuinfektionen und deren Kontaktpersonen Herr zu werden.

Besonders herausfordernd gestaltet sich das Infektionsgeschehen in Schulen und Kindertageseinrichtungen. Derzeit sind Kinder an 35 Schulen und Kitas im Landkreis in Quarantäne. Angesichts der Vielzahl können die Namen der betroffenen Einrichtungen nicht mehr einzeln genannt werden. Es gibt im Landkreis insgesamt 47 Schulen und 65 Kindertageseinrichtungen.

Tritt ein positiver Fall in einer Schule oder einer Kita auf, nimmt das Gesundheitsamt unverzüglich Kontakt auf mit der Schul- oder Einrichtungsleitung. Diese stellt Kontaktlisten mit allen Klassen- oder Gruppenkameraden bereit und informiert die Eltern. Das Gesundheitsamt versucht nach wie vor, alle Eltern persönlich anzurufen und offene Fragen zu klären. Setzt man die Anzahl der betroffenen Einrichtungen und die Anzahl der Kinder in jeder Gruppe in Relation zueinander, so muss realistischerweise festgestellt werden: Es ist nicht mehr möglich, alle Eltern persönlich zu informieren. In den meisten Fällen zeigen die Eltern großes Verständnis.

Bei einem positiven Fall muss „nur“ die betroffene Klasse oder Gruppe in Quarantäne, nicht jedoch die ganze Schule oder Einrichtung. Eltern, deren Kind die Klasse oder Gruppe mit einem positiv getesteten Kind besucht, müssen nicht in Quarantäne, außer sie hatten Kontakt mit dem infizierten Kind. Lehrer müssen aufgrund der bilateralen Maskenpflicht auch nicht mehr in Quarantäne.

Auch wenn Schulunterricht und Kindertagesbetreuung weit vom Regelbetrieb vor Corona entfernt sind, reagieren die meisten Schüler, Eltern, Lehrer und Betreuer gelassen und gut vorbereitet auf die Situation. Der Landkreis hält nach wie vor am Präsenzunterricht und der Präsenzbetreuung fest – alles andere wäre den berufstätigen Eltern nicht mehr zuzumuten. Besonders erfreulich ist, dass den Landrat und das Landratsamt zuletzt viele dankende und bestärkende Nachrichten zum Festhalten am Präsenzunterricht erreicht haben.

Heute wurde dem Gesundheitsamt außerdem ein Asylbewerber mit positivem Testergebnis gemeldet. Es ist der erste Fall seit dem Sommer, als alle Bewohner eine Sammelunterkunft mehrfach unter Quarantäne gestellt werden mussten. Beim aktuellen Fall handelt es sich aber nicht um einen Bewohner einer Sammelunterkunft. Der positiv getestete Asylbewerber verbringt die Quarantäne daher analog zum Vorgehen in einer Privatunterkunft zusammen mit den Mitgliedern seines Haushalts in seiner Wohnung.

„Ich bin sehr zuversichtlich, dass der Landkreis Miesbach gut durch die Pandemie kommt“, bekräftigt Landrat Olaf von Löwis. „Vor uns liegen entbehrungsreiche Wochen. Ich hoffe, dass die versprochenen Wirtschaftshilfen schnell bei den Unternehmen ankommen und die schlimmsten Folgen abmildern. Wenn wir uns alle an die Regeln halten und mit unserem Handeln Vorbild für andere sind, überstehen wir auch diese Infektionswelle. Bitte lassen Sie uns zusammenhalten!“

Gesamte Videobotschaft des Landrats hier via Facebook (Ansehen ohne Anmeldung möglich)