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10.05.2019

TBC-Verdachtsfall in Holzkirchen

Bei einem Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft in Holzkirchen in der Frühlingstraße ist ein auffälliger Lungenbefund festgestellt worden. Dieser Befund muss nun abgeklärt werden. Der Bewohner wurde mit einem Krankentransport in die Fachklinik nach Gauting gefahren. Weitere Untersuchungen sollen klären, ob der Mann an Tuberkulose erkrankt ist und ob diese Tuberkulose ansteckend ist.

Der Patient war bei einem niedergelassenen Lungenfacharzt in Bad Tölz in Behandlung. Bei einer Röntgenuntersuchung des Thorax wurde ein verdächtiger Befund erhoben. Der Geflüchtete wurde daraufhin heute mit einem Krankenwagen in eine Fachklinik nach Gauting gefahren. Hier sollen weitere Untersuchungen stattfinden.

Mit einem Bronchoskop wird dabei ein Blick in die Lunge des Patienten geworfen. Außerdem wird das Sputum, also der Auswurf des Erkrankten unter einem Lichtmikroskop untersucht. Sind hier bereits Erreger zu erkennen, muss man von einer ansteckenden Erkrankung ausgehen. Falls dies nicht der Fall ist, wird das Material im Labor angezüchtet. Eine möglicherweise geringe Anzahl von Erregern soll sich so vermehren und erkennbar werden. Dies kann allerdings bis zu sechs Wochen dauern.

Einen ersten Zwischenstand werden die Mediziner vermutlich Mitte nächster Woche melden können. „Tuberkulose ist keine hoch-ansteckende Krankheit und kann mit Antibiotika gut behandelt werden“, sagte eine Medizinerin des Landratsamtes Miesbach. Falls der Befund dann wirklich TBC ist und falls diese Tuberkulose ansteckend ist, wird das Gesundheitsamt alle Kontaktpersonen anschreiben oder anders kontaktieren. Kontaktpersonen sind zum Beispiel die anderen Bewohner des Containers, der Sicherheitsdienst oder Helfer. Nur in diesem Falle müssen sie dann einen Bluttest machen, der acht Wochen nach dem letzten Kontakt durchgeführt werden soll. Diese Untersuchung führt das Gesundheitsamt durch.

Ansteckung durch die Atemluft

Die Ansteckung mit Tuberkulose erfolgt durch die Atemluft bei engem Gesicht-zu-Gesicht-Kontakt. Personen müssen sich dabei eine hinreichend lange Zeit, mindestens acht Stunden, mit dem Erkrankten in einem engen Kontakt befunden haben, etwa in einem Raum. Eine Ansteckung durch Flächen oder Gegenstände ist eigentlich nicht möglich. Vorsorglich hat das Gesundheitsamt eine gründliche Lüftung des Zimmers durchführen lassen, das Bettzeug wurde entfernt und glatte Flächen desinfiziert.

Eine Übertragung durch Dritte, nicht an Tuberkulose erkrankte Menschen ist nicht möglich. Auch Personen, die sich frisch mit Tuberkulose-Bakterien infiziert haben, etwa Kontaktpersonen, sind nicht ansteckend. Rund zehn Prozent der Personen, die sich mit Tuberkulose-Bakterien angesteckt haben, erkranken im Verlauf der nächsten Monate oder Jahre an einer behandlungsbedürftigen Tuberkulose.

Der Mann wohnte in einem Zwei-Bett-Zimmer. Ausländerrechtlich hat er eine Duldung. Es handelt sich um einen 1995 geborenen Mann aus Nigeria. Bis zu einer weiteren Klärung der Situation darf er die Klinik in Gauting aus infektionshygienischen Gründen nicht verlassen.

Die Gemeinschaftsunterkunft in der Frühlingstraße 14 wird von der Regierung von Oberbayern betrieben. In der ehemaligen Polizei-Inspektion sind seit März 2017 Geflüchtete untergebracht.