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10 Jahre Gabriele-Oemisch-Stiftung für Menschen mit Behinderungen

Auf einen großen Festakt wird wegen Corona zwar verzichtet, trotzdem freut sich der Stiftungsbeirat der „Gabriele-Oemisch-Stiftung für Menschen mit Behinderungen“ diesen Sommer über das 10-jährige Bestehen der Stiftung. Vielen Landkreisbürgern mit Handicap konnte das tägliche Leben durch die Unterstützungen der Stiftung bereits erleichtert werden – und viele weitere sollen noch folgen. 

Mit ihrer Stiftung hat die Rottacherin Gabriele Oemisch schon Dutzenden Menschen geholfen, die aufgrund ihrer Behinderung in einer schwierigen Lage waren. Nach ihrem Tod, so verfügte Oemisch, solle eine Stiftung mit dem Grundstockvermögen von 1 Million Euro gegründet werden. Oemisch war Trägerin des Bundesverdienstkreuzes, der Silbermedaille des Freistaates Bayern und der Ehrenmedaille der Ärzteschaft.

Zehn Jahre sind seit der Gründung der Stiftung inzwischen vergangen. Aus den Zinserträgen und der Kapitalrücklage konnten bisher knapp 180.000 € ausbezahlt werden. Etwa 100.000 € gingen direkt an Privatpersonen oder Familien, der Rest zu etwa gleichen Teilen in den Ausbau einer barrierefreien Infrastruktur im Landkreis und an Organisationen, die sich für Inklusion einsetzen.

„Unser Sozialstaat ist gut“, sagt der Beauftragte des Landkreises für Menschen mit Behinderungen, Anton Grafwallner. „Doch die Stiftung springt ein, wenn er an seine Grenzen stößt.“ So hat die Stiftung zuletzt beispielsweise den Eigenanteil an einem Hörgerät und einen Teil der Kosten für ein Spezialbett übernommen. Die Liste der Fälle, in denen die Oemisch-Stiftung eingesprungen ist, ist lang und vielfältig: Eine Delfintherapie findet sich darunter, der Einbau eines Speziallifts, der barrierefreie Umbau eines Badezimmers, oder eine Familienhilfe. „Wir versuchen, mit der Oemisch-Stiftung schnell und unbürokratisch zu helfen“, sagt Grafwallner.

„Wer sowieso schon gesundheitlich gebeutelt ist, soll sich nicht auch noch mit Bürokratie auseinandersetzen müssen“, bekräftigt Landrat Olaf von Löwis. „Wir sind da und helfen, wenn Unterstützung notwendig ist.“ Der Landrat ist kraft Amtes Vorsitzender des Stiftungsbeirats. Rechtsträger ist der Landkreis Miesbach, die Stiftungsverwaltung erfolgt über die Kreiskämmerei. Mitglieder des Stiftungsbeirats sind neben dem Landrat als Vorsitzendem und dem Beauftragten für Menschen mit Behinderungen des Landkreises auch Dr. Klaus Fresenius, der damalige Arzt von Oemisch, und Kreisrätin Elisabeth Dasch. Dasch übernahm vergangenen Herbst den Sitz von Dr. Hans-Joachim Karpf, der als langjähriger Rechtsanwalt von Oemisch maßgeblich für die Entstehung der Stiftung verantwortlich war.

Auch wenn auf einen großen Festakt verzichtet werden muss: Der Stiftungsbeirat ist stolz auf das Erreichte im vergangenen Jahrzehnt. „Die Hilfe kommt ohne Umwege direkt dort an, wo sie wirklich gebraucht wird“, freut sich Landrat von Löwis. „Daran wollen wir anknüpfen und noch vielen Menschen im Landkreis helfen.“ Ganz im Sinne von Gabriele Oemisch.

Informationen zur Stiftung und zu Anträgen gibt es bei der Kreiskämmerei unter 08025 704 1210 oder oemisch@lra-mb.bayern.de.