Seiteninhalt
12.07.2019

Aktueller Stand der Verbesserungsmöglichkeiten bei der BOB

Die Bayerische Oberlandbahn (BOB) hat versprochen, an der Verbesserung der Zugverbindungen zu arbeiten. Zu oft und zu lange waren in der Vergangenheit Züge verspätet oder ausgefallen. Landrat Wolfgang Rzehak hat die Geschäftsführung der BOB nun eingeladen, um sich über den aktuellen Stand der Verbesserungen zu informieren.

Immer wieder musste sich die BOB zuletzt für ausfallende oder stark verspätete Zugverbindungen rechtfertigen. Seit der Schneekatastrophe im Januar 2019, während der der Zugverkehr im Oberland mehrere Tage zum Erliegen kam, treffen sich Vertreter von BOB und Landratsamt regelmäßig, um Verbesserungsmöglichkeiten zu erarbeiten. Beim jüngsten Gespräch, zu dem Landrat Wolfgang Rzehak eingeladen hatte, präsentierte BOB-Geschäftsführer Fabian Amini den aktuellen Stand der Entwicklung.

Grundsätzlich bestehen zwei Probleme, wegen derer die BOB nicht konstant und pünktlich Fahrgäste befördern kann: veraltete und störanfällige Fahrzeuge und die Infrastruktur. Problem eins, also technisch veraltete und dementsprechend anfällige Züge, wird sich mit der neuen Fahrzeugflotte ab Mitte 2020 und den zusätzlichen Fahrzeugen zum Fahrplanwechsel 2020/2021 erübrigt haben, berichtet Amini. An der Instandhaltung der bestehenden Züge werde bis zur Inbetriebnahme der neuen Fahrzeuge jedoch nicht gespart, verspricht er, im Gegenteil, viele zusätzliche Sondermaßnahmen zur Stabilisierung der Fahrzeuge seien seitdem ergriffen worden.

Problem zwei ist der dringend notwendige Ausbau der Infrastruktur. Weil die Strecken größtenteils nur eingleisig sind, können die Züge mangels Ausweichmöglichkeiten derzeit gar nicht in einem durchgängigen Halbstundentakt fahren und Verspätungen kaum einholen. Die Oberland-Strecken sind außerdem die einzigen nicht-elektrifizierten Strecken im direkten Zulauf von München; es muss also dringend an der Elektrifizierung der Bahnstrecken gearbeitet werden.

Nötig für den Ausbau der Infrastruktur sind allerdings Bundes-Finanzmittel, denn der Bund ist zuständig für den deutschlandweiten Ausbau des Schienennetzes. Hier spart Landrat Wolfgang Rzehak nicht mit Kritik: „Die Bundesmittel, die für den Ausbau der Schiene zur Verfügung gestellt werden, sind einfach zu wenig. Stattdessen setzt die Politik noch immer auf die Straße. Wir im Oberland leiden dann darunter, weil von den wenigen verfügbaren Mitteln wohl nicht genügend hier ankommen wird. Zumindest gehe ich nicht davon aus, wenn ich die aktuellen Haushaltsplanungen verfolge.“

Zur akuten Verbesserung der Fahrgastbeförderung hat die BOB mehrere Bereiche definiert, an denen parallel gearbeitet wird. Dazu zählt zunächst die Verbesserung der Zusammenarbeit mit öffentlichen Stellen bei Krisenfällen wie im letzten Winter. Die Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern von BOB, Landratsamt und Krisenstab, hat seither mehrmals getagt und konkrete Fortschritte erwirken können. So werden derzeit beispielsweise Karten mit allen Schienenersatzverkehrsstrecken erarbeitet, sodass die Straßenräumdienste genau wissen, welche Straßen freigehalten werden sollen. Damit kann im Notfall schneller und effizienter reagiert werden.

Das Störfallmanagement und die Fahrgastinformation werden in den kommenden Monaten zusammen mit Beratern und der Bayerischen Eisenbahngesellschaft analysiert und überarbeitet. Unabhängig davon setzt die BOB bereits internen viele Maßnahmen zur Verbesserung der Disposition und Fahrgastinformation um. Beispielsweise wurden schon eine verbesserte Softwareversion für die Disponenten implementiert, weitere Verbesserungen der IT beauftragt und interne Prozesse zur Fahrgastinformation überarbeitet. Auch wird am Busnotverkehr gearbeitet, damit bei Zugausfällen bei Bedarf reibungsloser auf Busse umgestiegen werden kann. Jedoch macht der Fachkräftemangel auch vor dieser Branche nicht Halt, weswegen Busersatzverkehre oftmals nicht in ausreichender Kapazität verfügbar sind.

„Wir arbeiten in allen Bereichen gleichzeitig und versuchen, alles, was irgendwie geht, zu verbessern“, betont Amini. Oft seien es nur Kleinigkeiten im Betriebsablauf, die korrigiert werden, manchmal müssen große Veränderungen umgesetzt werden. „In der Gesamtheit müssen die Maßnahmen ineinandergreifen, sodass unsere Fahrgäste letztendlich mit uns zufrieden sind“, sagt der Geschäftsführer. Bis zum nächsten Treffen werden sie weiter an der Umsetzung aller Maßnahmen arbeiten, versprach er.