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13.04.2021 Update Corona Landkreis Miesbach - Unsicherheit rund um Impfstoffe ist größte Herausforderung für Impfteam

Der Impfprozess im Landkreis läuft: Impfzentrum und Hausärzte verimpfen fleißig alle zur Verfügung stehenden Dosen. Der Landkreis Miesbach, mit den überproportional vielen älteren Menschen, die hier leben, bewegt sich derzeit in Prioritätsgruppe 2 und hier ganz grob bei den 75-Jährigen. Die größte Herausforderung ist momentan die Unsicherheit rund um den AstraZeneca-Impfstoff. Dieser wird bekanntermaßen seit Kurzem nur für priorisierte Menschen über 60 Jahren verwendet. Noch ist kein Impfstoff im Landkreis liegengeblieben oder musste weggeworfen werden. Aber einige Menschen lehnen die Impfung mit diesem Produkt ab. Gleichzeitig ist die Nachfrage nach einer Impfung aber in anderen Bevölkerungsgruppen nach diesem Impfstoff sehr hoch: Das Impfzentrum erhält zahlreiche Anfragen von Impfwilligen aus Gruppen, die noch nicht an der Reihe sind, die sich gerne mit AstraZeneca impfen lassen würden.

Leider gibt die Software des Freistaats, die die Termine vergibt, aber nicht her, dass Angebot und Nachfrage in diesem Fall zueinander geführt werden. Nach wie vor können Termine nur an Personen vergeben werden, die zu einer der höchsten Priorisierungsgruppen der Impfverordnung des Bundes gehören. Die Leitung des Impfzentrums, Beate Faus, ist derzeit in enger Abstimmung mit der Regierung von Oberbayern, ob und wie eine Impfung für alle Impfwilligen ab 60 Jahren außerhalb der Priorisierungsgruppen möglich ist. Sobald es etwas Spruchreifes zur Sonderaktion gibt, informiert das Landratsamt hierüber unverzüglich. Bis dahin bitten wir, zur Entlastung der Mitarbeiter des Impfzentrums von Anrufen und Mails rund um einen vorgezogenen Impf-Wunsch abzusehen.

Das Impfteam, insbesondere die Mitarbeiter an der Impf-Hotline, rotieren und versuchen ihr Möglichstes, den zur Verfügung stehenden Impfstoff so schnell wie möglich zu verteilen.

Terminstornierungen können über die Impfhotline unter 08025 704 7777 vorgenommen werden. Anschließend macht die Software dem Impfwilligen erneut ein Terminangebot, wenn der Algorithmus die Person aufgrund ihrer Priorisierung wieder ausgewählt hat. Das Impfteam hat keinen Einfluss darauf, wann das sein wird. Neue Termine werden an der Hotline nicht vereinbart.

Immer wieder möchten Impfwillige ihren Termin stornieren, weil sie ein bestimmtes Produkt nicht möchten. Bei der Terminvereinbarung wird im letzten Schritt der Impfstoff angezeigt. Zudem kann jeder aufgrund des angebotenen Zweitimpfungstermins ausrechnen, welches Vakzin verwendet wird: Liegt der Zweitermin 12 Wochen nach dem Ersttermin, handelt es sich um AstraZeneca. Liegen sechs Wochen zwischen den beiden Terminen, ist es BioNTech oder Moderna. Ab dem 19.04.2021 erhalten die Impfzentren kein AstraZeneca für Erstimpfungen mehr, sondern nur noch für Zweitimpfungen. Es müssen dann also auch keine Berechnungen mehr angestellt werden, welchen Impfstoff man im Impfzentrum erhält.

Es ist unmöglich, den Impfstoff zu tauschen. Möchte man also auf gar keinen Fall mit AstraZeneca geimpft werden, so soll man bitte auch nicht einen Termin mit AstraZeneca annehmen. Der Termin muss dann nämlich über das Impfteam storniert werden und der Impfwillige muss einen neuen Termin über die Software vereinbaren. Ein doppelter Aufwand auf allen Seiten, den man sich sparen könnte.

Jede Dosis Impfstoff wird genau einem Impfwilligen zugeordnet und individuell für die Einzelperson vorbereitet. In jeder Phiole Impfstoff befinden sich je nach Hersteller sechs bis elf Dosen. Damit kein Impfstoff weggeworfen werden muss, werden die Spritzen grundsätzlich erst dann aufgezogen, wenn der Impfwillige seine Impfbereitschaft erklärt hat. In der Spritze aufgezogen ist BioNTech und Moderna nur eine Stunde haltbar, in der angebrochenen Phiole sechs Stunden. Daher werden diese beiden Impfstoffe vorrangig früher am Tag verimpft, um im Bedarfsfall neue Impfwillige als Ersatz über die Software einzuladen. AstraZeneca ist 48 Stunden in der Spritze haltbar, sodass übrige Dosen auch erst am kommenden Tag an über die Software eingeladene, priorisierte Impfwillige verteilt werden können.

Impfwillige müssen bitte zwingend einen Nachweis darüber mitbringen, warum Sie priorisiert sind. Die Priorisierung ist beispielsweise so nachzuweisen: Wenn es eine schwangere Freundin gibt, genügt deren Schreiben und die Ausweiskopie bzw. die Kopie vom Mutterpass. Wenn ein Angehöriger gepflegt wird, muss die Pflege durch ein Arzt- oder Amtsschreiben nebst Schreiben des zu Pflegenden beigebracht werden. Das Impfteam ist auf das Vorzeigen der Unterlagen angewiesen, denn in Zeiten des Impfstoff-Mangels schrecken einige Menschen auch nicht vorm Flunkern zurück, um an den begehrten Impfstoff zu kommen. Diejenigen, die keine Belege bei sich führen, werden nach Hause geschickt, was keinem der Beteiligten taugt.

Impfwillige aller Priorisierungsgruppen können und sollen sich bereits jetzt auf www.impfzentren.bayern registrieren.