Seiteninhalt

21.04.2021 Update Corona Landkreis Miesbach - Gesundheitsamt erklärt Testoffensive

Das Test-Angebot wird im Landkreis Miesbach sehr gut angenommen: Viele Teststationen im Landkreis melden schon eine gute Auslastung. Leider gibt es angesichts der vielen Stellen, die testen, und der Meldepflicht nur für positive Befunde keine Gesamtzahl an pro Tag durchgeführten Tests und dementsprechend auch keine daran anteilige Rate an positiven Tests.

Exemplarisch zur Veranschaulichung für die Bürger können aber die Zahlen des Testzentrums am Zuchtverband in Miesbach angeführt werden: Zwischen 1. April und 19. April (inklusive diesem Tag) wurden im Testzentrum 1.220 PoC-Schnelltests durchgeführt. Nur 9 davon waren positiv. Ein positiver Schnelltest alleine reicht nicht, um als Fall in die Statistik einzugehen. Hierzu ist eine Bestätigung durch einen PCR-Test notwendig. Im gleichen Zeitraum wurden im Testzentrum 1.831 PCR-Tests durchgeführt. 35 davon waren positiv. Insgesamt meldete das Gesundheitsamt für den gesamten Landkreis in diesem Zeitraum 308 positive Fälle an das LGL.

Viele Bürger sind besorgt, dass die Inzidenz durch die Testoffensive künstlich „in die Höhe getrieben wird“, oder positiv formuliert, die Genauigkeit der Inzidenz mit einer niedrigeren Dunkelziffer steigt. Kurzfristig gesehen ist das auch richtig, denn wer viel testet, fischt auch viele Positive heraus, erklärt das Gesundheitsamt. Jedoch ist das Ziel hinter der Testoffensive ein Paradigmenwechsel: Statt Infektionsketten mühevoll zu unterbrechen, sollen diese künftig gar nicht erst entstehen. Dazu ist ein engmaschiges Testen notwendig, denn so sollen Infizierte entdeckt werden, bevor sie weitere Personen anstecken. Würde man beispielsweise nur symptomatische Personen testen, könnten diese vorm Test das Virus ungehindert weiterverbreiten und es wäre schwierig bis unmöglich, diese Infektionsketten im Nachhinein zu unterbrechen.

Gelingt der Paradigmenwechsel in der Teststrategie vom „Rückwärtstesten“ hin zum „Vorwärtstesten“, wie es viele asiatische Länder bereits praktizieren, wird die Inzidenz sinken, denn es sollte keine - oder bedeutend weniger – Infektionsketten und damit Infizierte geben.

Das veränderte Testverhalten schlägt sich auch in der 7-Tages-Inzidenz nach Altersgruppen nieder:

Die Gruppe der Schulkinder hat derzeit die höchste Inzidenz. In den Schulen besteht seit 12. April die Pflicht für eine zweimal wöchentliche Testung. Dabei wurden in der Woche von 12. April bis 16. April elf Kinder im Landkreis bei einem Selbsttest in der Schule positiv getestet. Alle elf Fälle wurden durch einen positiven PCR-Test bestätigt. Jedoch musste aufgrund des frühzeitigen Herausfilterns der Infizierten keine einzige Klasse in Quarantäne. Die nächsthöhere 7-Tages-Inzidenz haben die Altersgruppen der Arbeitenden, die sich je nach Beruf regelmäßig testen lassen. Zusätzlich trägt der Impffortschritt in den älteren Bevölkerungsgruppen dazu bei, dass die Inzidenz dort besonders niedrig ist.

Der Landkreis baut sein Testkonzept nun weiter aus: Bekanntermaßen hat eine Initiative aus Krankenhaus Agatharied, Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee, Ärztlicher Kreisverband, Bayerischer Apothekerverband, Gemeinde Hausham und Landkreis Miesbach gemeinsam eine QR-Code-Lösung (www.reihentestung.de) entwickelt, an der inzwischen 29 Teststationen im Landkreis angeschlossen sind. Etwa 20 weitere Interessenten haben sich auf den Aufruf des Gesundheitsamtes hin gemeldet und würden gerne eine zusätzliche Teststation betreiben. Die Prüfung der Angebote läuft aktuell. Knapp 7.000 Personen haben sich auf der Plattform bereits registriert. Etwa 3.500 Schnelltests wurden darüber bisher abgewickelt.

Kein Ergebnis gefunden.