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17.05.2021 Update Corona - Was hat es auf sich mit den vielen Neuinfektionen im Landkreis?

Spitzenreiter in Oberbayern, das hat man sich im Landkreis anders vorgestellt. Die heutige 7-Tages-Inzidenz des RKI beträgt 141. Damit ist der Landkreis zwar den dritten von fünf benötigten Tagen in Folge unter dem Schwellenwert von 150, aber noch weit entfernt ersehntem Schwellenwertvon 100. In Oberbayern ist Miesbach der einzige Landkreis mit einer Inzidenz von über 100. Weitere Öffnungsschritte sind zum Bedauern vieler Branchen noch nicht absehbar.

Was macht das aktuelle Infektionsgeschehen im Landkreis aus?

Durch das Gesundheitsamt wird das Infektionsgeschehen täglich bewertet. Ein diffuses Infektionsgeschehen ist dann vorhanden, wenn es vereinzelte Cluster gibt, aber die Mehrheit der Neuinfektionen nicht auf ein einzelnes Ereignis zurückzuführen ist.

Den Landkreis beschäftigten derzeit verschiedene kleinere und größere Cluster. Die weitere Verbreitung des Virus in den Asylunterkünften in Valley und Otterfing konnte trotz sofortiger Quarantänemaßnahmen erst jetzt gestoppt werden. Die Quarantäne für beide Einrichtungen wird in den nächsten Tagen aufgehoben. Aufgrund einer Infektion in einer KITA-Gruppe in Schaftlach befindet sich diese und drei weitere Mitarbeiter in Quarantäne.

Private Feiern tragen zum Infektionsgeschehen bei

Ärgerlich ist, dass vermehrt private Feiern im größeren Stil stattfinden. Maifeiern, Geburtstage und andere nicht erlaubte Zusammenkünfte an denen unwissentlich infizierte Personen teilgenommen haben. Jede einzelne trägt zum aktuellen Infektionsgeschehen in den Gemeinden und damit zur hohen Inzidenz bei.

Da das Landratsamt von einigen Feiern nicht durch die Betroffenen in Kenntnis gesetzt wurde, möchten wir nochmal ausdrücklich darauf hinweisen, dass die Aufgabe des Contact Tracing Team die Ermittlung der Kontaktpersonen ist. Das CTT ist auf wahrheitsgemäße Angaben angewiesen. Nur so, lassen sich Infektionsketten frühzeitig durchbrechen. Fehlende oder gar falsche Angaben bei den Gesprächen mit dem CTT, lassen das Infektionsgeschehen wachsen.

Konsequenzen für Gemeinde Gmund – Sitzung wird kommunalrechtlich geprüft

24 Infektionen sind auf das Cluster der Gemeinderatssitzung in Gmund zurückzuführen. Dabei sind Stand heute 12 Personen direkt der Sitzung und 12 Infizierte dem familiären Umfeld der Sitzungsteilnehmer zuzuordnen. Die weiteren Neuinfektionen in Gmund sind keinem direkten Clustergeschehen zuordenbar. Vielmehr zeigen die hohen Neuinfektionen im Gemeindebereich wie leicht das Virus und seine Mutationen übertragbar ist.

Das Landratsamt hat eine kommunalrechtliche Prüfung der ausschlaggebenden Gemeinderatssitzung in Gmund veranlasst. Hierbei wird geprüft in wie weit gegen geltende Regelungen verstoßen wurde und welche Konsequenzen dies nach sich zieht.

Britische Mutation hochansteckend

Einen weiteren Anteil der Infektionen im Landkreis machen Familien aus. Es ist zu beobachten, dass gerade die Britische Mutation sehr leicht übertragen wird. Hat das Virus ein Familienmitglied infiziert, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass innerhalb weniger Tage die ganze Familie infiziert ist. Um das Gewicht dieser Aussage zu untermauern, allein im Zeitraum 13.05.-16.05 wurden 9 infizierte Familien mit bis zu 5 Familienmitgliedern gemeldet.

Welche Altersklassen sind betroffen?

Die Infektionen ziehen sich durch alle Altersklassen. Stark vertreten ist die Altersgruppe 15-59.

Bei den Landkreisbürgern über 80 Jahren gibt es nur sehr wenige Infektionen, diese positive Entwicklung ist auf den Impffortschritt zurückzuführen.

Landrat fordert mehr Impfstoff

Das langfristige Ziel muss es sein, einen konstanten Wert unter 100 bzw. sogar unter 50 zu erreichen. Kurzfristig gesehen, muss ein rascher Abwärtstrend in den täglichen Neumeldungen einsetzen.

Als Reaktion auf die hohen Zahlen hat Landrat Olaf von Löwis im persönlichen Gespräch mit Gesundheitsminister Klaus Holetschek und in einer Videokonferenz mit Ministerpräsident Dr. Markus Söder und den Alpenlandkreisen mehr Impfstoff für den Landkreis gefordert. Erste Rückmeldungen sind ernüchternd. Die Impfstoffverteilung erfolgt durch den Bund und in nächster Zeit sind die Liefermengen für Bayern so gering, dass die Zweitimpfungen prioritär behandelt werden müssen. Der Landrat lässt nicht locker: „Ziel muss es sein, die Infektionszahlen schnellstmöglich zu reduzieren. Mehr Impfstoff für den Landkreis ist ein wichtiger Schritt, um dauerhaft und langfristig niedrige Neuinfektionen zu erreichen. Kurzfristig hilft nur die Einhaltung der bekannten Hygieneregeln. Wir müssen auf die Umsicht und Vorsicht der Menschen vertrauen“.

Testnetzwerk trägt dazu bei, die Infektionszahlen langfristig zu senken

Jede erkannte Infektion vermeidet weitere Neuinfektionen. Nur so kann die 7-Tage-Inzindenz dauerhaft sinken. Das Netzwerk aus Schnellteststationen im Landkreis ist sehr gut ausgebaut. Allein bis heute Mittag wurden über www.reihentestung.de 550 PoC-Schnelltests durchgeführt. Nutzen Sie das kostenlose Angebot um andere und sich selbst zu schützen. www.reihentestung.de