Seiteninhalt

21.09.2021 Update Corona Landkreis Miesbach - Rasantes Infektionsgeschehen

Infektionsgeschehen

Das Infektionsgeschehen hat noch einmal deutlich Fahrt aufgenommen: Die Zahl der dem Gesundheitsamt pro Woche gemeldeten Neuinfektionen hat sich innerhalb von vier Wochen verdreifacht. Es gibt keine besonderen Infektionsherde und besonders betroffene Personengruppen. Das Infektionsgeschehen ist diffus, über den gesamten Landkreis und alle Bevölkerungsgruppen verteilt. Die allermeisten neuinfizierten Personen sind nicht geimpft.

Es gibt zwei größere neue Cluster: Im Tegernseer Tal haben sich mindestens 12 Personen angesteckt. Grund für die Infektionskette war ein Treffen, von wo aus sich das Virus unentdeckt verbreiten konnte. Ein weiteres Cluster betrifft eine Hochzeitsfeier im Landkreis Rosenheim, nach der zehn Landkreisbürger positiv auf das Virus getestet wurden. Es gibt hier noch über 100 enge Kontaktpersonen aus dem Landkreis Miesbach, bei denen abzuwarten bleibt, ob weitere Infektionen auftreten. Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere kleinere Cluster oder zusammenhängende Fallkonstellationen. Die nahezu ausschließliche Virusvariante ist inzwischen die vergleichsweise deutlich ansteckendere Delta-Variante.

Die Quarantäne-Regeln wurden vom Gesundheitsministerium am vergangenen Donnerstag angepasst und sofort vom Gesundheitsamt übernommen: Kontaktpersonen müssen grundsätzlich nur noch zehn statt bisher 14 Tage in Quarantäne und können sich nach fünf Tagen per negativem PCR- oder nach sieben Tagen per negativem PoC-Schnelltest aus der Quarantäne heraustesten, aber nur, wenn sie völlig symptomfrei sind. Positiv getestete Personen müssen weiterhin 14 Tage in Quarantäne bleiben, außer sie sind geimpft oder genesen, dann kann nach dem fünften Tag bei völliger Symptomfreiheit freigetestet werden.

Hinweis: Dies ist ein Corona-Update, das darauf abzielt, komplexe Regeln so einfach wie möglich für die Öffentlichkeit darzustellen. Die detaillierten Quarantäneregeln sind weitaus komplizierter, als in wenigen Absätzen darzustellen wäre. So gibt es beispielsweise eigene Regeln für Schulkinder oder bestimmte Berufe, die in der Allgemeinverfügung des Gesundheitsministeriums nachgelesen werden können. Die Ärzte des Gesundheitsamtes treffen ihre Entscheidungen nach genauer Abwägung des Einzelfalls.

Impfen

Der Impfbus ist weiterhin unterwegs und macht täglich an mehreren Stationen Halt. Fast alle stationären Pflegeeinrichtungen wurden inzwischen vom Impfbus für Auffrischungsimpfungen besucht.

Insgesamt wurden über das Impfteam in der vergangenen Woche 824 Dosen verabreicht: 42 im Drive-In am Miesbacher Testzentrum, 141 am Krankenhaus Agatharied, 329 während Happy Hour und Familientag am Impfzentrum und 312 am Impfbus.  

Haltestellen Impfbus:

  • Dienstag, 21.09.2021

8:30 Uhr - 17:30 Uhr Holzkirchen Rathaus, Herdergarten

  • Mittwoch, 22.09.2021

11:00 Uhr – 17:30 Uhr Fischbachau, Cafe Winkelstüberl, Leitzachtalstraße 68

  • Donnerstag, 23.09.2021

11:00 Uhr - 17:30 Uhr Holzkirchen Rathaus, Herdergarten

  • Freitag, 24.09.2021

8:30 Uhr - 17:30 Uhr Miesbach, Parkplatz Rewe, Am Windfeld 19

  • Samstag, 25.09.2021

09:30 Uhr – 16:00 Uhr Hausham, Hausham bewegt, Sportanlage Agatharieder Weg 11

14:00 Uhr - 18:00 Uhr Holzkirchen, Tafel, Am Ladehof 6

  • Sonntag, 26.09.2021

10:00 Uhr – 14:30 Uhr Otterfing, Schulstraße 10

16:00 Uhr – 21:00 Uhr Miesbach, Eishockey Stadion, Tölzer Str. 3

Zudem gibt es nach wie vor folgende (stationäre) Impfangebote:

  • Happy Hour im Impfzentrum (Alte Miesbacher Str. 11 in Hausham), täglich von 17 bis 20 Uhr
  • Jeden Sonntag Familientag im Impfzentrum mit Schwangerenberatung von 15 bis 17 Uhr
  • Impfen im Krankenhaus Agatharied (Norbert-Kerkel-Platz in Hausham) täglich von 14 bis 17 Uhr
  • Impfen im Testzentrum (Drive-In) des Landkreises (Am Zuchtverband 1 in Miesbach), täglich von 11 bis 13 Uhr 
  • Außerdem bieten nach wie vor viele Hausärzte Impf-Sprechstunden an.

Geimpft werden kann bei allen Aktionen jeder Bürger mit gewöhnlichem Aufenthalt in Deutschland oder einer gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung in Deutschland. Es gibt keine Priorisierung mehr. Es ist auch keine Anmeldung oder Registrierung mehr notwendig. Bei allen Angeboten ist weiterhin eine FFP2-Maske zu tragen.

Schulen

Die Aufrechterhaltung des Präsenzunterrichts hat oberste Priorität. Daher wurden die Maßnahmen zu Beginn des Schuljahres verschärft. Neben Maskenpflicht auch am Platz (Community-Maske für Grundschüler, medizinischer Mund-Nasen-Schutz für ältere Schüler) werden dreimal pro Woche Schnelltests in der Schule durchgeführt. Alternativ zur Testung in der Schule können Kinder auch außerhalb der Schule von medizinisch geschultem Personal getestet werden.

Für Grundschüler gibt es seit dieser Woche sog. „Lolli-Pooltests“:

  • Dabei lutschen die Schülerinnen und Schüler für 30 Sekunden an einem Abstrichtupfer. Diese „Lollis“ werden anschließend in einem „Pool“ gesammelt und dann im Labor ausgewertet.
  • Ist der Pool negativ, findet am nächsten Tag für alle Schülerinnen und Schüler regulär Unterricht statt.
  • Ist der Pooltest positiv, wertet das Labor über Nacht die Einzelproben aus, die die Schülerinnen und Schüler am Morgen in der Schule mit abgegeben haben (sog. Rückstellprobe). Kinder mit negativer Einzeltestung können dann zur Schule gehen, Kinder mit positiver Testung begeben sich zuhause in Isolation. Das Gesundheitsamt muss jeden Einzelfall bewerten und bei Bedarf Quarantäne anordnen.

Diese Lolli-Pooltests müssen seit gestern, spätestens jedoch bis zum Ende dieser Woche eingeführt werden. Die Logistik für den Landkreis steht schon seit letzter Woche: Katastrophenschutz, Gesundheitsamt und Staatliches Schulamt haben zusammen detaillierte Pläne ausgearbeitet und umgesetzt, um die anspruchsvolle Logistik zwischen den Grundschulen, dem Landratsamt und dem Labor zu stemmen. Aufgrund zeitlicher Verzögerungen in der softwarebezogenen Ausstattung der Schulen durch ein bayernweit agierendes Unternehmen konnten gestern noch nicht alle Grundschulen trotz der intensiven Vorbereitung vor Ort und im Landkreis mit den Lolli-Pooltests starten. Stattdessen wurden die bekannten Schnelltests verwendet.

Ein positiver Fall in einer Klasse führt nicht mehr so häufig dazu, dass die ganze Klasse in Quarantäne geschickt werden muss. Stattdessen nimmt das Gesundheitsamt eine genaue Risikobewertung vor (z.B. Lüftung, Sitznachbarn, Maske). Es müssen nur noch diejenigen Schüler in Quarantäne, die direkt mit dem positiv getestet Schüler einen relevanten, potentiell infektiösen Kontakt hatten. Um das Restrisiko zu minimieren, erhöht das Gesundheitsamt die Testfrequenz in der Klasse, bis sichergestellt werden kann, dass es keine Folgeinfektionen gibt. Das Gesundheitsamt und das Staatliche Schulamt stellen jedoch fest, dass einige Eltern ihre Kinder dennoch als Vorsichtsmaßnahme zu Hause lassen. Um den Präsenzunterricht weiterhin aufrecht zu erhalten, werden Eltern gebeten, den Risikobewertungen des Gesundheitsamtes zu vertrauen.