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05.02.2019

Notruf – und dann?

Am 11.2. ist „Tag des Notrufs“. Aber was heißt das eigentlich, „einen Notruf absetzen“? Was passiert mit meinem Notruf? Wer schickt mir Hilfe? Hier erklärt die Integrierte Leitstelle Rosenheim, wie sie Einsatzkräfte im Landkreis Miesbach disponiert.

„Hier ist der Notruf für Feuerwehr und Rettungsdienst“ – mit diesem Satz beginnt jedes Notrufgespräch, das die Integrierte Leitstelle (ILS) Rosenheim über die Notrufnummer 112 erreicht. Im Durchschnitt geschieht das über 200 Mal pro Tag. Je nach Tageszeit sitzen vier bis sechs Disponenten an ihren „Einsatzleitplätzen“ und alarmieren und koordinieren die notwendigen Einsatzkräfte. Bei besonderen Einsatzlagen (z.B. Unwetter, Schneechaos) brauchen mehr Menschen Hilfe. Bis zu 13 Disponenten nehmen dann die Notrufe entgegen.

Die ILS Rosenheim deckt die Landkreise Miesbach, Rosenheim, sowie die Stadt Rosenheim ab. Das Einzugsgebiet ist mit 2.343 Quadratkilometer und über 420.000 Einwohnern vergleichbar mit der Größe des Saarlandes. Über 80.000 Mal wurden die Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Technischen Hilfswerk im vergangenen Jahr in diesem Gebiet zu Einsätzen alarmiert und einsatztaktisch begleitet.

Am Telefon versucht der Disponent, alle wichtigen Informationen vom Anrufer zu erfragen. Wichtig sind dabei die fünf W-Fragen: Wer meldet? Wo ist das Ereignis? Was ist passiert? Wie viele Betroffene/Verletzte? Warten auf Rückfragen. Auf Basis dieser Informationen legt der Disponent ein Schlagwort im Einsatzleitsystem fest. Das Einsatzleitsystem schlägt dann automatisch die passenden Einsatzkräfte vor und alarmiert diese. Nach der Alarmierung begleitet der Disponent die Einsatzkräfte während des kompletten Einsatzes und unterstützt sie mit möglichen Nachalarmierungen oder Gefahrgutauskünften.

Die ILS Rosenheim ist eine von 26 Integrierten Leitstellen in Bayern. Seit 2010 alarmieren und koordinieren 54 Mitarbeiter von hier aus rund um die Uhr Feuerwehren und Rettungsdienste. Größte technische Neuerung war die Einführung des Digitalfunks. In den nächsten Jahren wird die analoge Funkalarmierung ebenfalls durch digitale Technik ersetzt werden. Damit können Einsatzkräfte künftig aktiv zurückmelden, ob beispielsweise die Alarmstufe erhöht werden muss, wenn noch mehr Unterstützung notwendig ist. 

Seit 2018 kann die ILS Rosenheim auch automatische Notrufe aus Fahrzeugen entgegennehmen (sog. ECalls). Prallt beispielsweise ein Auto bei einem Unfall an einem Baum, so wird automatisch der Standort an die ILS gesendet und dort in einem Kartenausschnitt lokalisiert. Zugleich werden weitere Daten wie Antriebstechnik und die Anzahl der geschlossenen Gurte übermittelt. So erkennt der Disponent, ob die Insassen das Fahrzeug nach dem Unfall eigenständig verlassen konnten, oder ob sie aus dem Fahrzeug befreit werden müssen.

Die Disponenten der Leitstelle sind das Bindeglied zwischen Notruf und Einsatzkräften. Umso wichtiger ist es, dass die Notrufnummer nur im Notfall gewählt und nicht blockiert wird.