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22.05.2020

Task Force Tourismus bespricht Lockerungs-Maßnahmen mit Politikern

Nach dem Brief an die Staatsregierung ergriff die Task Force Tourismus nun die zweite Initiative zur Sicherung des Überlebens von Betrieben und Tausenden Arbeitsplätzen im Hotel- und Gaststättengewerbe im Landkreis. In einer Videokonferenz mit dem Beauftragten der Bunderegierung für Tourismus, Thomas Bareiß, Landtagspräsidentin Ilse Aigner und Bundestagsabgeordneten Alexander Radwan wurden weitere Schritte und Maßnahmen besprochen. Landrat Olaf von Löwis hat die Task Force zur Rettung des Tourismus als Schlüsselbranche im Landkreis Miesbach im April initiiert.

Die Task Force Tourismus vereint Vertreter touristischer Betriebe, der beiden Tourismus Organisationen „Alpenregion Tegernsee Schliersee“ und „Tegernseer Tal Tourismus“, der Standortmarketing Gesellschaft und der Politik. Gemeinsam diskutieren die Vertreter über Möglichkeiten, das Überleben der touristischen Betriebe trotz der Corona-Einschränkungen zu sichern. Der Tourismus ist mit vielen Tausend Arbeitsplätzen im Hotel- und Gaststättengewerbe der wichtigste Wirtschaftszweig des Landkreises. Zwischen den Maßnahmen zur Eindämmung des Virus und der Wiederaufnahme der Arbeit im Tourismus muss ein verträglicher Kompromiss gefunden werden, den Landrat Olaf von Löwis durch die Gründung der Task Force voranbringen möchte. Als ersten Schritt hat die Task Force einen Brief mit konkreten Lösungsansätzen an die Staatsregierung geschickt.

In ihrer jüngsten Sitzung richtete die Task Force ihre Fragen, Anregungen und Bedenken an die Politik, denn diese muss letztendlich über Infektionsschutzmaßnahmen und Lockerungen entscheiden. Ilse Aigner, AlexanderRadwan und Thomas Bareiß standen den Task-Force-Mitgliedern per Videokonferenz Rede und Antwort. „Wir versuchen, mutig voranzugehen und zu lockern, was möglich ist, aber müssen immer eine Abwägung mit dem Infektionsschutz treffen“, begründete Bareiß die Maßnahmen der Bundes- und Staatsregierung. „Alles für unsere Gesundheit zu tun und gleichzeitig unsere Wirtschaft zu erhalten bzw. diese wieder aufzubauen sind keine Gegensätze, sondern bedingen sich gegenseitig.“ Er bitte um Geduld, schließlich müssten die schrittweisen Lockerungen jeweils Zeit zu Wirken bekommen.

Die fehlende Perspektive treibt die Tourismus-Vertreter jedoch um: Zwar helfen Kredite und Rücklagen, die Betriebsschließungen kurzfristig zu überbrücken. Aber Kredite müssen zusätzlich zu den laufenden Verpflichtungen zurückgezahlt werden und Rücklagen sind endlich. Viele touristische Betriebe werden die Pandemie daher mittelfristig nicht überleben. Die Sorge der Unternehmer richtet sich vor allem an die Mitarbeiter: Fast alle Mitarbeiter in touristischen Betrieben sind nach wie vor in Kurzarbeit. Weil trotz erster Lockerungen nur ein Bruchteil der Gäste in allen Bereichen empfangen werden darf, wird Personal großteils noch länger in Kurzarbeit bleiben müssen.

Die Unternehmer wünschen sich von der Politik zumindest Perspektiven, wann und mit welchen Auflagen sie die Arbeit weideraufnehmen können. Wie lange müssen Veranstaltungen wie Hochzeiten noch abgesagt werden? Welche Auflagen gelten für Wellnessbereiche? Was muss beim Frühstücksbuffet beachtet werden? Versorgungsarzt Dr. Florian Meier beriet die Task-Force-Mitglieder bei der medizinischen Einordnung der Maßnahmen.

„Die Branche braucht Sofortmaßnahmen, um überleben zu können“, bekräftigte Landrat Olaf von Löwis. Beispielsweise reiche die Senkung der Mehrwertsteuer für Speisen nicht. Getränke müssten ergänzt werden, damit die Maßnahme wirklich eine Entlastung für die Unternehmer bringe. „Es geht jetzt wirklich um Existenzen, sowohl die der Unternehmer, als auch die der Mitarbeiter“, sagte von Löwis. „Die Abwägung zwischen Maßnahmen und Lockerungen ist enorm schwer, schließlich will niemand, auch kein Unternehmer, eine zweite und dritte Infektionswelle riskieren. Da kommt noch viel Arbeit auf uns zu.“

Die Task Force wird sich weiter regelmäßig treffen und weitere Lösungsansätze entwickeln.