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09.05.2018

Landesamt stellt resistente Keime fest

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hat bei einer Untersuchung von Badegewässern im Seehamer See gegen Antibiotika resistente Keime entdeckt. Die Proben wurden zusätzlich zu den normalen turnus-mäßigen Proben genommen, die das Gesundheitsamt in der Badesaison regelmäßig an den Badestellen nimmt. Im Rahmen eines Forschungsprojektes hatte das LGL nun außerdem Tests auf resistente Keime durchgeführt.

Das Amt testete dazu zehn EU-Badegewässer in Südbayern. Im weiteren Jahresverlauf sollen auch Seen im Norden Bayerns getestet werden. Im Landkreis Miesbach wurden an zwei Stellen entnommene Proben untersucht: Am Schliersee an der Liegewiese Fischhausen und am Seehamer See, Weyarn, an der Liegewiese Campingplatz. Alle Proben aus dem Schliersee waren ohne Befund. In den Proben des Seehamer Sees vom 24. April 2017 und vom 23. Mai 2017 wurden resistente Bakterien nachgewiesen. Die folgenden Proben, zuletzt genommen am 14. August 2017 erbrachten keinen Nachweis von problematischen resistenten Keimen.

Das Amt hatte im Jahr 2017 zehn Badegewässer in Bayern stichprobenartig auf antibiotika-resistente Bakterien untersucht. Diese Untersuchungen fanden einmal vor der Badesaison und fünfmal während der Saison statt. Die Bakterien wurden danach im Labor auf Nährmedien isoliert. In rund drei Viertel (74 Prozent) der untersuchten süd-bayerischen Gewässer wurden Keime mit Resistenzen festgestellt. Die Auswertung der Proben war Ende der vorletzten Woche vom Landesamt abgeschlossen.

Für die Herkunft der Keime haben die Forscher bereits Erklärungen: Zum einen gebe es Bakterien mit der „natürlichen Eigenschaft“ der Resistenz. Andere Keime erwerben diese Resistenz durch Mutation oder Gentransfer. Typische Orte „für die Entstehung von antibiotikaresistenten Bakterien sind (…) Kliniken und die industrielle Tierhaltung, da dort Antibiotika viel und häufig angewendet werden. Von dort gelangen sie mit dem Abwasser oder durch die Ausbringung von Klärschlämmen, Gülle oder Gärresten in die Umwelt. (…) Insbesondere aus Abwasser-, oder Mischwassereinleitungen sowie aus Abschwemmungen von landwirtschaftlichen Flächen können fäkale Verunreinigungen und damit auch Krankheitserreger und antibiotikaresistente Bakterien in die Badegewässer gelangen.“

Kein erhöhtes Infektionsrisiko

In ihrer gesundheitlichen Bewertung gehen die Wissenschaftler von keinem erhöhten Infektionsrisiko aus. Allerdings seien Infektionen mit resistenten Keimen schwieriger zu behandeln. Die beim Schwimmen geschluckten Mengen Wasser seien unbedenklich, da die Stärke der Keime im Magen abgeschwächt wird.

Vor dem Baden seinen Arzt befragen sollte allerdings grundsätzlich, wer Hauterkrankungen hat, größere offene Wunden trägt, längere Zeit Antibiotika eingenommen hat oder unter einer stärkeren Immunschwäche leidet. Im Zweifel sollte der Betroffene auf das Baden in Badegewässern verzichten.

In ihrem Fazit gehen die Forscher davon aus, dass „in Anbetracht des“ umfassenden „Einsatzes von Antibiotika in Veterinär- und Humanmedizin der Nachweis von multiresistenten Bakterien in niedriger Konzentration in Gewässern für sich genommen keine Überraschung“ darstelle.

Das Gesundheitsamt empfiehlt dringend die oben gemachten Ratschläge zum Arztbesuch zu beachten. Weiter Maßnahmen – wie etwa eine Sperrung von Badeplätzen – sind aus Sicht des Landesamtes derzeit nicht notwendig.

Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hat weitere Informationen zusammengefasst unter