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04.10.2019

Hohe Orden ausgehändigt

Landrat Wolfgang Rzehak hat im Landratsamt Miesbach zwei hohe Orden an Landkreisbürger ausgehändigt: Die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten. Der Landrat vertrat damit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Ministerpräsident Markus Söder. Landrat Rzehak nannte die beiden Auszeichnungen „eine sehr seltene Ehre“.

„Die höchste Auszeichnung, die man als Bürgerin überhaupt erhalten kann“, so der Landrat, also sie Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland wurde an Birgitt Brandhofer aus Miesbach verliehen. Auf der Urkunde dankte ihr der Bundespräsident und verlieh ihr die Auszeichnung „in Anerkennung der um Volk und Staat erworbenen besonderen Verdienste“. Brandhofer pflegt seit 1976 einen Angehörigen, der an Multipler Sklerose erkrankt ist.

„Die Entscheidung, pflegebedürftige Angehörige in der Familie zu betreuen, ist heute wahrlich nicht mehr selbstverständlich und erfordert erhebliche Rückstellung persönlicher Interessen und Bedürfnisse“, führte der Landrat in seiner Laudatio aus, „Sie haben das Herz am richtigen Fleck“. Birgitt Brandhofer, die als Chefsekretärin im Krankenhaus Agatharied auch beruflich mit der Pflege von Kranken zu tun hat, antwortete mit einem sehr emotionalen Appell: „Ich erhoffe mir von der Politik mehr Aufmerksamkeit für die Pflegenden, die Angehörige betreuen, damit diese nicht nach vielen Jahren mit leeren Händen dastehen! Jeder Mensch hat es verdient, im Alter würdevoll versorgt zu werden“. Der zweite Bürgermeister der Stadt Miesbach dankte Birgitt Brandhofer persönlich „für Ihre vorbildliche Pflege und für die Leistung, die Sie so viele Jahre erbracht haben“.

Georg Attlfellner erhielt das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste von im Ehrenamt tätigen Frauen und Männern. Der Landrat sagte in seiner Laudation: „Zu unserem gesellschaftlichen Leitbild gehört der engagierte Bürger und die engagierte Bürgerin. Solidarität, Bürgersinn und Zivilcourage sind für eine Gesellschaft wie die unsere unverzichtbar und vermittelt das Gefühl der Zugehörigkeit und Zusammengehörigkeit. Sie, lieber Herr Attlfellner, sehen das ebenso und engagieren sich seit vielen Jahren beim Bauerntheater in Schliersee“.

Attlfellner ist nunmehr 92 Jahre alt, seit er 16 Jahre alt war, spielte er als Ensemblemitglied beim Schliersee Bauerntheater. Der Landrat erwähnte die „Bühnenpräsentationen als „Amor“ in langer Unterhose, bei „Der arme Millionär“ als Taxifahrer, Metzgeraltgeselle, Schankkellner oder Jagdgehilfe“. Außerdem spielte Attlfellner bei den Old Shatterhand Filmen der 1960-Jahre als Barbier Rost mit. Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer begleitet den Bürger aus seiner Gemeinde und wies darauf hin, dass dieser sogar Autogramm-Karten habe. Etwa bei Karl-May-Treffen würden diese sehr nachgefragt. Attlfellner dankte seiner Frau Gertrud: „Ehrenämter kann man nicht bestehen, wenn man nicht die Unterstützung hat“, meinte der lebhafte Theaterfreund. Er ist mit seiner Frau seit 54 Jahren verheiratet.