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13.03.2018

Die Wanderung der Amphibien setzt bald wieder ein

Die Verkehrsteilnehmer werden gebeten, besondere Rücksicht auf die Amphibien und deren Helfer entlang den Straßen zu nehmen. Mit dem Einsetzen der Schneeschmelze verlassen die Amphibien alljährlich scharenweise ihre Winterquartiere und suchen die angestammten heimatlichen Gewässer auf, um dort zu laichen. Sobald an den Winterquartieren der Schnee geschmolzen ist und der Weg zu den Laichgewässern frei ist, setzt die Amphibienwanderung bald ein.

In der vergangenen Woche herrschte im Landkreis noch strenger Frost bei teilweise unter minus 20 Grad, eine Woche später reichen die Temperaturen schon wieder fast an plus 20 Grad heran. Der derzeitige Witterungsverlauf macht also ein plötzliches Einsetzen der Wanderungen von Erdkröten und Grasfröschen nun immer wahrscheinlicher.

Auf dem Weg zu ihren Laichgewässern durchschneiden jedoch oftmals Straßen und Wege ihre Lebensräume. Hier droht den in ihrem Fortbestand gefährdeten Tieren durch unseren alltäglichen Straßenverkehr, der die kleinen Wanderer kaum wahrnimmt, der sichere Tod.

Die untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Miesbach, der Kreisbauhof Miesbach, die Straßenmeisterei Hausham und die Naturschutzverbände des Landkreises haben hier praktikable Lösungen entwickelt, um den Tieren zu helfen:

Zum Schutz der Erdkröten, Grasfrösche und der Verkehrsteilnehmer werden daher ab Donnerstag, den 8. März 2018 entlang bekannter Amphibienwanderwege flexible Leiteinrichtungen errichtet, zusätzlich zu fest installierten Tunnellösungen. Diese gibt es am Teufelsgraben (Staatstraße 2073 Holzkirchen – Dietramszell) und zwischen dem Schweren Gatter und dem Zipflwirt/Bayrischzell (Staatsstraße B307), oder nur flexible Leiteinrichtungen bei Fehn am Bach (Kreisstraße MB 21), bei Vordereben (Kreisstraße MB 8), am Ortsausgang Sufferloh Richtung Warngau (Kreisstraße MB 19) und in Kreuth/Grüneck (Staatsstraße B307).

Nur Schilder aufgestellt werden an den Absammelbereichen Neukirchen und Bruck, in der Gemeinde Weyarn (Kreisstraße MB 17). Die beweglichen Froschzäune können rasch auf- und abgebaut werden. Allerdings bedürfen die Leiteinrichtungen einer Betreuung, denn die Amphibien, die entlang der Sperren wandern und in die Plastikeimer fallen, müssen täglich über die Straße getragen werden, um so zu ihren heimatlichen Laichplätzen zu gelangen.

Diese sehr aufwendigen und durch die Arbeit am Straßenrand nicht ganz ungefährlichen Einsätze wären ohne die ehrenamtlichen Helfer der Kreisgruppe des Bundes Naturschutz sowie der Kreisgruppe des Landesbundes für Vogelschutz und anderen Helfern kaum zu bewältigen.

Kleine Beeinträchtigungen im Straßenverkehr lassen sich leider nicht immer vermeiden. Die Verkehrsteilnehmer werden dringend gebeten, die Beschilderungen und Warnhinweise zu beachten, um die Helfer und Betreuer nicht in ernsthafte Gefahr zu bringen.

Der Leiter der unteren Naturschutzbehörde, Thomas Eichacker, bedankt sich recht herzlich bei allen Helfern und Helferinnen für ihr Engagement zum Schutz und Erhalt der heimischen Lurche und bei den Autofahrern sowie den anderen Verkehrsteilnehmern für das notwendige Verständnis und deren Rücksichtnahme mit einem herzlichen „Vergelt`s Gott“.