Seiteninhalt
09.12.2019

Gipfeltreffen für die Energiewende

Die älteste Wetterstation der Welt hatten sich die Fachbeiräte für Energie und Klimaschutz des Oberlandes als Treffpunkt ausgesucht. Auf dem Hohenpeißenberg im Landkreis Weilheim-Schongau trafen sich die Experten aus den vier Landkreisen des Oberlandes, um über die Umsetzung der Energiewende zu sprechen. Bis zum Jahr 2035 soll das gesamte Oberland zu 100 Prozent auf erneuerbare Energien umgestellt haben – ein ehrgeiziges Ziel.

Seit dem Jahr 1781 werden hier die Veränderungen des Klimas beobachtet: Auf dem Hohenpeißenberg. Es ist die älteste Wetterstation und das ältestes Bergobservatorium der Welt. Die 26 Fachbeiräte aus den vier Landkreisen des Oberlandes hatten sich hier zum zweiten Mal für ihr Gipfeltreffen verabredet – nach dem Treffen auf der Zugspitze im vergangenen Jahr.

Kein Ergebnis gefunden.

Die Klimaschutzmanager sprachen über ihre Projekte. Im Landkreis Miesbach hat das Klimaschutzmanagement zusammen mit dem Klimaschutzbeirat unter anderem die Projekte „Thermografische Spaziergänge“, den „Klimafrühling Oberland“ oder den „Baukatalog entwickelt und umgesetzt.

Der Baukatalog ist eine Handreichung „Energieeffizienz und Klimaschutz in der Bauleitplanung“, die im Rahmen des Projekts INOLA in Zusammenarbeit mit dem Klimaschutzmanagement und dem Staatlichen Bauamt des Landkreises Miesbach erarbeitet wurde. Auf der Webseite des Klimaschutzmanagements des Landkreises Miesbach ist er veröffentlicht und kann heruntergeladen werden.

Zudem gibt es jeden vierten Mittwoch im Monat eine kostenlose Energieberatung im Landratsamt. Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich hier zu Themen wie Energiesparen, Fördermöglichkeiten, baulichem Wärmeschutz und vieles mehr beraten lassen. Die Terminvereinbarung läuft über die Klimaschutzmanagerin Mona Dürrschmidt

oder über die Verbraucherzentrale: 0800 / 809802400.

Anne Streit von der Ludwig-Maximilians-Universität in München und Elisabeth Freundl von der Bürgerstiftung Energiewende Oberland sind die Leiterinnen des Projekts INOLA: Die Abkürzung bedeutet „Innovationen für ein nachhaltiges Land‐ und Energiemanagement auf regionaler Ebene“. Die beiden Expertinnen stellten 27 konkrete Handlungsempfehlungen vor. Während der fünf-jährigen Projektlaufzeit wurde die Region auf den energetischen Ist-Zustand und die möglichen Potentiale untersucht.

Das Ergebnis: Die vier Landkreise haben das Potential, sich selbst mit elektrischer und thermischer Energie zu versorgen. Dafür sei nun aber konsequentes Handeln im Bereich Energieeinsparung und Ausbau von Erneuerbarer Energien notwendig. Dies unterstrich auch Weilheims stellvertretender Landrat Karl-Heinz Grehl: „Klimaschutz braucht mehr Mut, schwierige Entscheidungen auf allen Ebenen zu treffen“, sagte er.

Die Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen nehmen die Beiräte nun mit in ihre Landkreise und werden gemeinsam mit der Energiewende Oberland an konkreten Projekten und Maßnahmen arbeiten, denn alle haben sich zum selben Ziel bekannt: Eine fossilfreie Energieversorgung bis 2035.

Anschließend demonstrierte Observationsleiter Dr. Christian Plass-Dülmer in einer Führung, wie sich die weltweite Klimaerwärmung am Hohenpeißenberg nachweisen lässt und dass gerade die Alpenregionen besonders von der Erwärmung sowie den einhergehenden Wetterereignissen betroffen sind.

Die Fachbeiräte Energie und Klimaschutz setzen sich aus Vertretern aus Kommunen, Handwerk, Tourismus, Energieversorgen und Zivilgesellschaft zusammen. Sie sind in allen vier Landkreisen des Oberlands ein beratendes Gremium, um konkrete Projekte aber auch die Klimaschutzstrategien in den Landkreisen voranzubringen. Bei dem Treffen wurde der Beschluss gefasst, dass die vier Landkreise gemeinsam mit der EWO eine Radl-Kampagne organisieren. Vom 20. Juni 2020 bis zum 11. Juli 2019 wird unter dem Motto: „Radeln für ein gutes Klima“ oberlandweit das Fahrradfahren im Mittelpunkt stehen.