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10.03.2021 Update Corona Landkreis Miesbach - Impfzentrum soll kein Beschwerdezentrum sein

Das Impfzentrum verkommt mehr und mehr zum Beschwerdezentrum: einerseits für Menschen, die der Impfung grundsätzlich kritisch gegenüberstehen, andererseits für Menschen, die noch kein Impfangebot erhalten haben, und darüber hinaus für Menschen, die vom Landratsamt, dem Impfzentrum oder der ganzen Bundesrepublik eine Verschwörung sehen, warum alle anderen geimpft werden, sie selbst aber noch nicht. Vereinzelt werden den Verantwortlichen für das Impfzentrum sogar Mordabsichten unterstellt, was wirklich jenseits allen guten Geschmacks ist.

Fakt ist jedoch, dass im Landkreis Miesbach deutlich mehr Menschen bisher geimpft wurden als im bayerischen und bundesweiten Schnitt. Mitsamt Sicherheits- und Reinigungsdienst arbeiten 100 höchst motivierte Mitarbeiter an sieben Tagen pro Woche jeweils 12 Stunden daran, allen Impfwilligen so schnell und flexibel wie möglich ihre gewünschte Dosis zukommen zu lassen. Das Impfzentrum im Landkreis Miesbach muss sich keinesfalls verstecken, sondern kann unter den schwierigen Rahmenbedingungen stolz auf das bisher Erreichte sein!

Bei allem Verständnis für Angst und Verunsicherung lähmen die Beschwerden und Vorwürfe das Impfzentrum bei ihrer eigentlichen Aufgabe, nämlich der Impfung, und helfen niemandem weiter. Das Impfzentrum möchte die Chance des offensichtlichen Informationsdefizits nutzen und gerne noch einmal über einige Punkte informieren:

  • Terminvergabe

Termine werden über die Software des Freistaats vergeben. Das Team vor Ort hat keinen Einfluss darauf und sieht auch nicht, wann wer dran ist. Dementsprechend kann auch niemand vorgezogen oder mutwillig vom Impfteam nach hinten verschoben werden, wie dem Impfzentrum manchmal vorgeworfen wird.

  • Impf-Vordrängler

Kein Feuerwehrler und kein Bürgermeister haben sich vorgedrängelt und sich eine Impfung erschlichen. Ganz im Gegenteil: Da Termine ausschließlich über die Software des Freistaats vergeben werden, greift das Impfteam eben nicht manuell in die Terminvergabe ein. Ja, die Kritik an der unflexiblen Software ist absolut berechtigt. Das Impfteam kämpft jeden Tag damit. Aber wir müssen nun mal arbeiten mit dem, was wir haben, und das Beste daraus machen. Beschwerden an das Impfteam über eine unflexible Software des Freistaats sind wenig hilfreich.

  • Impf-Zahlen

9.211 Personen wurden bereits mindestens einmal geimpft, 3.985 davon älter als 80 Jahre. Damit sind 9,2 % der Landkreis-Bevölkerung mindestens einmal geimpft – deutlich mehr als im bundeweiten (6,4 %) und im bayerischen Schnitt (7,0 %). 20.814 Personen haben sich online für eine Impfung registriert. Weil der AstraZeneca-Impfstoff inzwischen auch für Senioren verwendet werden kann, werden alle zur Verfügung stehenden Impfstoffe bis auf wenige priorisierte Ausnahmen für Senioren über 80 Jahren eingesetzt.

  • Impfstoff-Lieferungen

In dieser Woche wurde weniger Impfstoff geliefert als in den Wochen zuvor, nämlich 426 Dosen BioNTech, 100 Dosen Moderna und 880 Dosen AstraZeneca. Es ist klar, dass diese Lieferumfänge bei weitem nicht ausreichen, um zeitnah einen Großteil der Bevölkerung zu impfen. Das Impfzentrum erhält zweimal pro Woche Lieferungen. Diese werden restlos innerhalb von zwei bis drei Tagen verimpft. Es wurde bisher im Landkreis keine einzige Impfdosis weggeworfen, weil sie nicht rechtzeitig verimpft werden konnte. Das Impfzentrum in Hausham könnte etwa 1/3 mehr Impfungen täglich vornehmen als aktuell. 150 Dosen des AstraZeneca-Impfstoffes wurden bisher zurückgewiesen, konnten jedoch problemlos über die Software weitervermittelt werden. AstraZeneca wird nach wie vor sehr stark nachgefragt im Landkreis.

  • Priorisierte Impfung von Schul- und Kita-Personal

Bekanntermaßen werden impfwillige Grund- und Förderschullehrer und -Mitarbeiter sowie Kita-Mitarbeiter priorisiert geimpft. Die Impfungen des Schulpersonals finden in ausgewählten Arztpraxen statt. Am kommenden Wochenende sollen voraussichtlich alle Impfwilligen dieser Personengruppe durchgeimpft sein. Sollten kurzfristig für diese Personengruppe reservierte Impfdosen übrigbleiben, werden diese unverzüglich an Senioren vergeben. Diese Impfungen werden dann in den Arztpraxen, die für die Schulpersonals-Impfungen vorgesehen sind, stattfinden. Alle anderen Impfungen finden weiterhin im Impfzentrum statt.

  • Einbindung der Hausärzte in die Impfungen

Wir freuen uns darauf, bald Hausärzte in die Impfungen einbinden zu können. Laut Gesundheitsministerium ist das wohl ab April möglich. Es soll bis dahin wohl so sein, dass die Impfzentren in etwa die bisherige Menge an Impfstoff bekommen und Hausarztpraxen noch einmal dieselbe Menge. Details sind uns aber noch nicht übermittelt worden. Unter anderem muss noch überregional geklärt werden, wie die Kühlkette für den sensiblen Impfstoff sichergestellt werden soll, wie die Terminvergabe funktioniert und wie die Priorisierung des Impfstoffes sichergestellt wird. Außerdem braucht es funktionierte Schnittstellen zum Impfzentrum und der Zeit- und Informationsbedarf in den Praxen darf nicht unterschätzt werden. Alle diese Fragen brauchen noch Zeit. Daher ist es noch nicht sinnvoll, sich jetzt beim Hausarzt zu erkundigen, wann er Impftermine anbieten kann. Der Hausarzt kann es noch gar nicht wissen, genauso wenig wie es das Impfteam zum jetzigen Zeitpunkt nicht wissen kann.

  • Geduld

Es bedarf noch etwas Geduld, bis jeder ein Impfangebot bekommt. Die Bürger können aber sicher sein: Das Impfteam ist höchst motiviert und gibt jeden Tag sein Möglichstes. Wir sind sehr zuversichtlich, das Impfangebot in den kommenden Monaten umfassend ausweiten zu können. Fragen und Sorgen klärt das Impfzentrum weiterhin gerne, aber Beschwerden zu den nun erneut umfassend geklärten Fragen sind nicht notwendig.