Seiteninhalt
23.05.2019

Signet »Bayern barrierefrei« für Webermohof in Rottach-Egern

Bayern und speziell der Landkreis Miesbach wollen barrierefrei werden – doch es ist oft nicht einfach, Barrieren in den Köpfen und im täglichen Leben abzubauen. Das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales verleiht deshalb das Signet „Bayern barrierefrei“ an konkrete, beachtliche Beiträge zur Barrierefreiheit in Bayern. Auch der Landkreis Miesbach hat nun den ersten ausgezeichneten Betrieb: die barrierefreien Ferienwohnungen im „Gästehaus & Almhaus Webermohof“ von Anastasia und Josef Stadler in Rottach-Egern.

Man wusste gar nicht, wer bei der Verleihung des Signets „Bayern barrierefrei“ an das „Gästehaus & Almhaus Webermohof“ mehr strahlte: Staatssekretärin Carolina Trautner, die sich am liebsten gleich in eine der barrierefreien Ferienwohnungen eingemietet hätte? Der Landrat, der Bürgermeister und die Bezirksräte, die den Zugewinn von Barrierefreiheit für die Region lobten? Die Vertreter der Tourismusorganisationen, für die der touristische und wirtschaftliche Mehrwert wichtig war?

Am meisten strahlte wohl Familie Stadler selbst, als sie stolz das Signet für die 2016 errichteten barrierefreien Ferienwohnungen entgegennahm. „Sie sind mit Ihrem inklusiven Betriebskonzept Vorreiter in der Region und ich hoffe, dass Sie viele Nachahmer finden“, sagte Staatssekretärin Trautner in ihrer Laudatio. 1.800 dieser Signets wurden in Bayern bisher verliehen, aber das „Gästehaus & Almhaus Webermohof“ ist der erste in der Region. Sie betonte auch das erklärte Ziel der Bayerischen Staatsregierung: Bayern soll barrierefrei werden. „Jeder einzelne Mensch ist wichtig und ein wertvoller Teil der Gesellschaft“, sagte Trautner, „deshalb ist das Signet kein zusätzliches Zertifikat, sondern ein Ansporn der Staatsregierung, noch mehr für Barrierefreiheit zu tun.“

Barrierefreiheit beschränkt sich nicht auf Menschen mit Behinderung. Es ist vielmehr der Anspruch, dass jeder problemlos am öffentlichen Leben teilnehmen kann, beispielsweise auch Senioren, die nicht mehr so mobil sind, oder Familien mit Kinderwägen. „Barrierefreiheit geht uns alle etwas an“, sagte Landrat Wolfgang Rzehak. „Das ist auch ein Wirtschaftsfaktor für die Region. Herzlichen Dank an die Familie Stadler, die mit diesem Projekt ein Vorbild ist für viele.“

Auch Bürgermeister Christian Köck würdigte das barrierefreie Konzept des Webermohofs: „Sie sprechen eine neue Zielgruppe an und entwickeln den Ort damit weiter, denn es braucht immer wieder Innovationen, die dann hoffentlich Nachahmer finden.“ Im Landkreis Miesbach gebe es neben dem Webermohof über 60 Einrichtungen, die durch das Zertifikat „Reisen für alle“ als barrierefrei zertifiziert sind, fügte Harald Gmeiner, Vorstand der landkreiseigenen Tourismusorganisation „Alpenregion Tegernsee Schliersee“ hinzu. Damit sei man zwar Vorreiter in Deutschland, aber mit diesem Wert wolle man sich nicht zufriedengeben: „Barrierefreie Angebote wie das >Gästehaus& Almhaus Webermohof< sind ein wichtiger Bestandteil für unsere Region – touristisch, wirtschaftlich und sozial.“

„Jeder freut sich auf den Urlaub, es sollen ja die schönsten Wochen im Jahr werden“, erklärt Anastasia Stadler das inklusive Betriebskonzept. „Bei uns soll sich jeder wohlfühlen – egal ob mit oder ohne Handicap.“ Barrierefrei zu bauen oder umzubauen sei für sie eine Selbstverständlichkeit: „Man weiß nie, ob man selbst einmal auf diese Angebote angewiesen ist.“