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09.08.2018

Jagdberater erstellt Populationsgutachten

Der Jagdberater hat seine Informationen ermittelt aus der Entwicklung der statistischen Abschusszahlen, aus dem Wissen der Bewertungskommission auf der Hegeschau und dem körperlichen Nachweis.

Außerdem tauschte er sich mit den Inhabern der Jagdreviere aus. Tobias Hupfauer bittet auch darum, dass die Jäger weiter im Dialog mit ihm bleiben. Das Populationsgutachten sei „keine starre, abschließende Feststellung“.

Das Populationsgutachten soll veröffentlicht werden im „Jagdreport des Landkreises Miesbach“, dieser wird Anfang 2019 erstellt. Das ausführliche Gutachten beobachtet die Wildarten Rotwild, Gamswild, Rehwild und Schwarzwild.
Die Inhalte können hier nur kurz angerissen werden.

Über die Rehe heißt es: „Der Rehwildverbiss spielt beim Zustand der Waldvegetation wohl die entscheidende Rolle“. Der Anteil alter und reifer Böcke sei gering. Der Jagdberater rät, in den Bergen den Bestand der Rehe gering zu halten, zu Gunsten des Rotwildes und der Gämsen. Möglichst viele Zuwachsträger und Dubletten sollten geschossen werden. Dubletten sind Geiß und Kitz.

Beim Rotwild solle die Mittelklasse mehr geschont werden, um den Anteil älterer Hirsche zu erhöhen. Der Anteil weiblichen Wildes an der Gesamtstrecke sei zu erhöhen. Die Kirrjagd – also die Jagd mit Anfütterung – soll nur weniger oft, an wechselnden Ort und zeitlich beschränkt durchgeführt werden. Die Schonzeiten sollen eingehalten werden, da Verkürzungen keinen Erfolg gebracht hätten.

Über die Gämsen liegen wenige Erkenntnisse vor. Die „einzige belastbare Datenbasis ist die gemeldete Strecke, die an der Hegeschau mit den angelieferten Trophäen verglichen wird“, berichtet Hupfauer. Der weibliche Anteil in der Population solle durch Abschuss verringert werden, um den Zuwachs und den Jagddruck zu verringern. Die Rückzugs- und Überwinterungsgebiete sollen besser bestimmt werden, damit nicht gerade dort Sanierungen durchgeführt werden.

Das Schwarzwild spielt im Landkreis Miesbach keine große Rolle. Kleinere Rotten leben im Norden des Landkreises und an der Grenze zum Landkreis Bad Tölz. Jagdbehörde und Veterinärmediziner achten aber auf die Afrikanische Schweinepest. Die Revierinhaber sollen über die Tierseuche weiter sensibilisiert werden. Der Jagdberater empfiehlt revierübergreifende Bewegungsjagden und weniger Kirrung.