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Landratsamt bittet um erhöhte Rücksichtnahme auf Wildtiere in der Notzeit

Während sich die Neuschnee-Situation im Landkreis Miesbach inzwischen weitgehend entspannt hat, stellt der Schnee Wildtiere vor große Herausforderungen. Die untere Jagdbehörde bittet deshalb Jäger und Wintersportler um erhöhte Rücksichtnahme während der Notzeit.

Die Fortbewegung im hohen Schnee ist für Wildtiere besonders kräftezehrend. Ihr Futter ist unter einer dicken Schneedecke begraben. Deshalb ist es gerade jetzt besonders wichtig, erhöhte Rücksicht auf Wildtiere zu nehmen. Artikel 43 des Bayerischen Jagdgesetzes verpflichtet Inhaber von Jagdrevieren, in der Notzeit für angemessene Wildfütterung zu sorgen und die dazu erforderlichen Fütterungsanlagen zu unterhalten.

Notzeit kann in den Wintermonaten herrschen, wenn das Wild nicht mehr ausreichend Nahrung findet, was aufgrund der dicken, gefrorenen Schneedecke derzeit im Landkreis Miesbach der Fall ist. Die Fütterung funktioniert in den meisten Jagdrevieren sehr gut, obwohl der Aufwand dazu oft groß ist. Jäger werden dringend gebeten, ihrer Fütterungspflicht nachzukommen. Weil trotz Wildfütterungen im Winter weniger Nahrung vorhanden ist als das restliche Jahr über, reduzieren Wildtiere ihren Stoffwechsel. Sie verringern ihre Körpertemperatur und ihren Herzschlag, um Energie einzusparen. Ihre Reaktionsfähigkeit sinkt. Umso wichtiger ist es, dass Wildtiere keinem zusätzlichen Stress ausgesetzt werden.

Jede Beunruhigung zehrt an ihren im Winter überlebenswichtigen Kraft- und Fettressourcen. Wintersportler sollten deshalb ausschließlich gekennzeichnete Routen benutzen und Bereiche um Wildfütterungen vermeiden. Hunde sollten an die Leine genommen werden. Die Jagd sollte außerdem eingestellt werden, auch wenn Abschusspläne noch nicht erfüllt sind.