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14.07.2025

Sicherheitslage 2024 im Landkreis Miesbach

 Polizei zieht positive Bilanz

Miesbach, 17.07.2025 – Im Rahmen eines gemeinsamen Termins haben Polizeipräsident Frank Hellwig und Vizepräsident Michael Siefener gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern regionaler Polizeidienststellen Landrat Olaf von. Löwis und weiteren Vertretern des Landratsamtes Miesbach die Sicherheitslage im Landkreis für das Jahr 2024 vorgestellt.

Die Gesamtbilanz fällt positiv aus: Die Zahl der Straftaten ist um 15,5 Prozent zurückgegangen, gleichzeitig liegt die Aufklärungsquote im Landkreis Miesbach bei 68,2 Prozent und damit über dem bayernweiten Durchschnitt von 67,9 Prozent. Besorgniserregend bleibt jedoch der Anteil junger Tatverdächtiger: Auch wenn rückläufig, liegt er mit 16,4 Prozent weiterhin auf einem hohen Niveau.

Der Landkreis Miesbach mit seinen rund 101.451 Einwohnern weist einen Ausländeranteil von 14,3 Prozent auf. Insgesamt wurden 2024 3.732 Straftaten einschließlich ausländerrechtlicher Verstöße registriert – ohne diese waren es 3.627.

„Der Landkreis Miesbach ist kein Ort, an dem sich Kriminalität lohnt – aber einer, in dem man gut und sicher leben kann“, betonte Polizeipräsident Frank Hellwig, der zusammen mit Vizepräsident Michael Siefener die Ergebnisse präsentierte.

Gegenteilige Entwicklungen zeigten sich jedoch bei einzelnen Deliktarten: So nahm die Zahl der Wohnungseinbrüche um 76,5 Prozent zu – hier liegt ein niedriges Ausgangsniveau zugrunde. Auch die Sexualdelikte stiegen um 32,2 Prozent. In vielen Fällen handelt es sich laut Polizei um Beziehungstaten, was die hohe Aufklärungsquote im Landkreis erklärt: Von 115 Fällen konnten 93 Tatverdächtige ermittelt werden. Die zunehmende Nutzung des Internets als Tatmittel zeigt sich unter anderem in gestiegener Hate Speech sowie betrügerischen Anrufen: Sechs vollendete Callcenter-Betrugsfälle führten 2024 zu einem Schaden von rund 300.000 Euro.

Die Legalisierung von Cannabis hatte direkte Auswirkungen auf die Kriminalstatistik: Die Zahl der Delikte sank, gleichzeitig gibt es jedoch zahlreiche Unsicherheiten bei der Fahreignung – insbesondere in Bezug auf Konsum und Teilnahme am Straßenverkehr. In dem Phänomenbereich der Gewaltkriminalität verzeichneten die Fallzahlen einen Rückgang von insgesamt 14,2 Prozent – fünf Messerangriffe wurden im Landkreis 2024 registriert.

Im Straßenverkehr wurden 2.932 Unfälle verzeichnet, das sind 117 weniger als im Vorjahr (-3,8 %). Die Zahl der Verkehrstoten stieg allerdings von 3 auf 6 Personen, während die Zahl der Verletzten bei 623 lag. Die Hauptunfallursachen waren fehlender Sicherheitsabstand und Fehler beim Abbiegen. Insgesamt sank die Zahl der Verkehrsstraftaten um 2,1 Prozent auf 462 Fälle, wobei Fahren ohne Fahrerlaubnis und gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr die häufigsten Delikte darstellen. Rückläufig zeigten sich auch die Gewalt- und Straßenkriminalität. Die Zahl der alpinen Einsätze stieg auf 388, was einem deutlichen Anstieg von 74 Prozent entspricht. Auch der Objektschutz forderte zusätzliche Ressourcen.

Insgesamt wurden im Jahr 2024 15.972 Einsätze im Landkreis gezählt – durchschnittlich rund 44 pro Tag. Die Polizei betreute zudem über 500 Veranstaltungen und Versammlungen.

Besonderes Lob sprachen Hellwig und Siefener den Sicherheitswachten im Landkreis aus, die mit ihrem ehrenamtlichen Engagement ein starkes Zeichen für Zivilcourage und bürgerschaftliches Miteinander setzen.

Landrat Olaf von Löwis dankte den Polizeibeamten ausdrücklich: „Ich möchte allen Polizistinnen und Polizisten meinen herzlichen Dank aussprechen. Ihr täglicher Einsatz ist unverzichtbar für die Sicherheit im Landkreis Miesbach und verdient unsere höchste Anerkennung.“ Gleichzeitig hoben die Vertreterinnen und Vertreter der Polizeidienststellen die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit untereinander hervor.