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Infektionsrisiko bei Einsätzen in Hochwasser- und Überschwemmungsgebieten

Bei Hochwasser und in Überschwemmungsgebieten besteht die Gefahr, dass es unter ungünstigen Bedingungen zum Auftreten und zur Ausbreitung von Infektionskrankheiten, insbesondere durch fäkal-oral übertragbare Erreger, kommen kann. Die größten hygienischen Probleme ergeben sich jedoch nach dem Ende der Überschwemmung bei den Aufräumarbeiten.

Hinweise zur Vermeidung von Infektionsgefahren

Persönliche Hygienemaßnahmen

Bei Hochwassereinsätzen und Aufräumarbeiten sollte ein direkter Kontakt zu Wasser, Schlamm, Tierkadavern sowie verunreinigten Flächen und Geräten vermieden werden. Hände- und Körperhygiene sind von größter Bedeutung. Auch dürfen nur hygienisch unbedenkliche Lebensmittel und sauberes Trinkwasser verzehrt werden.

Trinkwasserversorgung

Sicher ist die Verwendung von Trinkwasser als Mineralwasser aus original verpackten Flaschen. Problematisch ist die Nutzung von Einzelbrunnen zur Trinkwasserversorgung. Sie sollten erst nach Freigabe durch das zuständige Gesundheitsamt wieder genutzt werden.

Lebensmittel

Verzehrt werden dürfen ausschließlich hygienisch unbedenkliche Lebensmittel, z. B. gut durchgegarte Speisen oder geschältes Obst. Alle nicht wasserdicht verpackten Nahrungsmittel, die mit Überschwemmungswasser in Berührung gekommen sind, sollten vernichtet werden, z. B. durch Untergraben. Konserven sind vor dem Öffnen vorab gründlich zu reinigen. Wasser aus Teichen und Bächen ist nach einer Überschwemmung für die Bewässerung von Gemüse, Feldfrüchten, Obst u. ä. nicht geeignet.

Auch sind Gemüse, Fallobst, Kräuter und Feldfrüchte (auch unterirdische Pflanzenteile aus überschwemmten Gelände) als Nahrungsmittel ungeeignet. Arbeitsflächen, Geräte und Behältnisse sind vor der Nahrungszubereitung gründlich zu reinigen. Bei erforderlicher Desinfektion bieten sich Mittel auf der Basis von Peressigsäure an.

Allgemeine hygienische Hinweise, besonders bei den Aufräumarbeiten

Beim Aufräumen bieten Gummistiefel, wasserdichte Handschuhe und wasserabweisende Kleidung Schutz. Ein Mund-Nasen-Schutz ist nur bei starkem Spritzen oder Versprühen des Wassers angezeigt. Der Kontakt der bloßen Haut mit abgelagertem Schlamm ist zu vermeiden. Vor der Zubereitung und dem Verzehr von Lebensmitteln sowie vor dem Rauchen sind die Hände sorgfältig mit hygienisch einwandfreiem Wasser und Seife zu waschen.

Während der Aufräumarbeiten vor Ort sollten aber keine Lebensmittel verzehrt werden. Nach Abschluss der Arbeiten ist eine gründliche Körperreinigung selbstverständlich. Verunreinigte waschbare Textilien sind bei 60 Grad Celsius (bei der Verwendung von Waschmitteln) oder höherer Temperatur im normalen Waschgang mit einem Vollwaschmittel zu reinigen.

Für verunreinigte, nicht waschbare Textilien ist eine desinfizierende chemische Reinigung nötig. Geschirr, das mit Überschwemmungswasser in Berührung gekommen ist, sollte nur nach gründlicher Reinigung (z. B. in der Geschirrspülmaschine bei 60 Grad Celsius) wieder benutzt werden.

Insektenbekämpfung

Zur Vermeidung einer Insektenvermehrung sollten organische Überschwemmungsreste baldmöglichst entsorgt werden.

Müll- und Fäkalienentsorgung

Die Entleerung von überschwemmten Fäkal-, Sammel- und Gülleanlagen ist schnellstmöglich vorzunehmen.

Medizinische Versorgung

Immungeschwächte Personen und Kinder sollten nicht an Aufräumarbeiten in Gärten und Grundstücken beteiligt werden und sich von Überschwemmungswasser und Schlamm, soweit möglich, fernhalten.

Personen die an einer Hautkrankheit leiden, bei denen eine Verletzung vorhanden ist oder die an Allergien, besonders gegen Insektenstiche, leiden, sollten nicht an Aufräumarbeiten teilnehmen. Den Hilfskräften kann bei besonderer Gefährdung eine Impfung gegen Hepatitis A angeboten werden.

Da bei Aufräumarbeiten eine erhöhte Verletzungsgefahr besteht, ist auf einen aktuellen Tetanusimpfschutz zu achten. Eine Auffrischimpfung gegen Tetanus sollte alle 10 Jahre und bei einer Verletzung bereits nach 5 Jahren erfolgen.

Der Haus- oder Betriebsarzt sollte bei unklaren gesundheitlichen Störungen umgehend konsultiert werden.

Beim Auftreten von Krankheitszeichen, insbesondere Durchfall, Erbrechen, Fieber sowie bei Verletzungen ist umgehend ein Arzt aufzusuchen.