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Was macht eigentlich...?

Das Landratsamt Miesbach, hier arbeiten knapp 500 Mitarbeitende. Doch wer macht eigentlich was? Wie arbeiten die da? Mit unserer neuen Serie „Was macht eigentlich….? möchten wir Euch einen Blick hinter die Kulissen geben. Einmal im Monat stellen wir Euch einen Mitarbeiter, eine Mitarbeiterin und ihren Arbeitsalltag vor. Viel Spaß!

Robert Wein, Leiter des Jugendamts

Seit mehr als 20 Jahren ist er das Gesicht des Jugendamts: Robert Wein. Und es gibt wohl niemanden, der mehr mit sozialen Widrigkeiten, Schicksalsschlägen und erschütternden Fällen konfrontiert ist. Aber wer Robert Wein kennt, der weiß, dass ihn eben nichts so schnell erschüttern kann. Immer einen flotten Spruch auf den Lippen, immer optimistisch, ein sonniges Gemüt  – so ist der Schlierseer bekannt.

Dabei machten den 59-Jährigen wohl seine vorherigen beruflichen Stationen so resilient, wie man heute so schön sagt. Bei der Landeshauptstadt München durchlief er erst den Bereich Wasserrecht und Brauereien, dann Ausländerbehörde, dann Hausverwaltung für obdachlose Familien. Davor war er auch noch bei der Bundeswehr, danach vier Jahre Krankenpfleger. „Diese Erfahrungen, sei es mit dem Tod von Menschen oder mit Obdachlosen helfen mir auch im Alltag als Jugendamtsleiter“, sagt Robert Wein. Aber: Haben er und sein 55-köpfiges Team, das er über alle Maaßen lobt, mal wieder einen schlimmen Fall zu bearbeiten – Robert Wein macht bis heute noch selbst Inobhutnahmen und Rufbereitschaft -, „lasse ich die Arbeit in der Arbeit und nehme sie nicht mit nach Hause“. Wenn es ernst wird, zum Beispiel bei Kindeswohlgefährdung, verlasse er sich auch auf sein Bauchgefühl.

„Wir sitzen alle in einem Boot“, sagt er über sein Team. „Ich lebe diesen Job.“ Mit allen Stellen inner- und außerhalb des Hauses sei er gut vernetzt, bei den Kreisgremien hat Wein einen guten Stand, was die Arbeit erleichtere. Er liebe auch die Menschen am Landratsamt, die Kolleginnen und Kollegen, wie er sagt. Ein besonderer Vorteil: Als passionierter Mountainbiker kann er mit dem Rad zur Arbeit fahren.

Das Einzige, was er nicht mag, sind Statistiken. Aber auch das spricht für den Menschen Robert Wein. Er ist ein Praktiker, ein Herzmensch. In seiner Laufbahn hat er bereits ein knappes Dutzend an Abteilungsleitern erlebt, mit Katja Stopfer, seiner jetzigen Chefin, läuft die Zusammenarbeit besonders gut, sagt er.

Erfahrung, Bauchgefühl und das Team – das mache seine Arbeit aus. Und das soll noch lange so bleiben: „Selbstverständlich bleibe ich bis zu meiner Rente hier.“

Julia Obermüller, Team Personalgewinnung und -entwicklung

Es ist kaum zu fassen, aber Julia Obermüller hat ihre Karriere beim Landratsamt bereits vor über 25 Jahren begonnen – als Elftklässlerin mit einem Praktikum. „Meine Mama schlug vor, ein Praktikum bei der Bank und eines beim Landratsamt zu machen. Danach fand ich das Landratsamt interessanter und abwechslungsreicher“, erzählt sie. Eine ihrer ersten Stationen war der Bereich Naturschutz, gefolgt von der Führerscheinstelle, der Ausländerbehörde, der Kommunalaufsicht und schließlich der Kasse. „Die Arbeit hier hat mir so gut gefallen, dass ich sogar in den Sommerferien in der Führerscheinstelle gearbeitet habe. Zu dieser Zeit erfolgte der Umtausch der rosafarbenen Lappen in die Scheckkarten“, erinnert sich Julia Obermüller.

Nach ihrer zweijährigen Ausbildung (damals war Frank Skodczinski Personalleiter und Wolfgang Lehmeier Vorsitzender des Personalrats) startete sie im Amt für Arbeit und Soziales. Julia Obermüllers Talente – sowohl ihr organisatorisches und handwerkliches Geschick als auch ihre Stilsicherheit – sowie ihre Charaktereigenschaften, wie ihre stets freundliche, besonnene und optimistische Art, machten sie zu einer wertvollen Mitarbeiterin. Ihr beruflicher Werdegang im Landratsamt war ebenso vielseitig wie ihre Fähigkeiten: Sie war in Bereichen wie Bafög, Wihi, Anrufsammeltaxi und bei der Fahrerlaubnisbehörde tätig.

Der nächste Schritt führte sie ins „Haupthaus“. „Als unsere berühmte Angelika Hettinger (die damalige Chefsekretärin, Anm. d. Red.) Unterstützung benötigte, vermittelte mich Martin Pemler ins Vorzimmer des Landrates.“ Über viele Jahre hinweg bildeten Julia Obermüller und Angelika Hettinger das legendäre Vorzimmer des Landrats Jakob Kreidl. Übrigens arbeitete Julia Obermüller bisher unter vier Landräten. „Bei Landrat Kerkel fühlte man sich immer wohl, wie bei Opa im Wohnzimmer“, erinnert sie sich.

Nach der Geburt ihrer beiden Kinder fand Julia Obermüller selbstverständlich den Weg zurück zum Landratsamt. Als Vorzimmer für die Abteilungsleiter rief sie zum Beispiel unseren heutigen Newsletter ins Leben. Mittlerweile ist sie aus dem Team Personalgewinnung und -entwicklung nicht mehr wegzudenken, kümmert sich unter anderem um die Betriebliche Gesundheitsförderung. Dass Beruf und Familie heute aufgrund von Mobilarbeit leichter zu vereinbaren sind, haben wir ihr zu verdanken. Auch die Betreuung unserer Kinder während der Ferien oder an Buß- und Bettagen ist ein Verdienst von Julia Obermüller.

In ihrer Freizeit ist sie vor allem eine leidenschaftliche Hunde- und Bergsportlerin. Julia Obermüller hat sich stets als Ansprechpartnerin und Problemlöserin bewährt – wann immer es im Landratsamt Herausforderungen gab, war sie zur Stelle. Sie hat allein schon sechs bis acht Umorganisationen mitgemacht, sie bringt also nur selten etwas aus der Ruhe. „Ich find‘s cool, dass ich schon so lange hier bin“, sagt sie stolz.

Christian Probst, Kreisbrandrat

Seit kurzem ist er der neue Chef über 36 Freiwillige Feuerwehren mit insgesamt über 2050 Aktiven und einer Werksfeuerwehr mit 35 Aktiven im Landkreis Miesbach: Christian Probst, der neue Kreisbrandrat. Mit seinen 45 Jahren der zweitjüngste in ganz Oberbayern. Dabei mag er das Wort „Chef“ gar nicht so gern. „Ich sehe mich als Vermittler, versuche immer, Kompromisse zu finden, den anderen zu verstehen und bin immer offen für neue Sachen“, sagt Probst über sich selbst.

Sein Onkel, damals Kommandant in Tegernsee, hatte den Haushamer vor mehr als 32 Jahren mit dem Virus Feuerwehr infiziert. Als Sebastian Wendlinger dann auch noch vor der 7. Klasse mit Christian Probst in der Schulbank für die Haushamer Feuerwehr warb, war das für den 13-Jährigen die Initialzündung. „Mich hat alles fasziniert, die Affinität zur Technik, das Funktionieren eines Teams unter Stress, die Struktur, das Helfen.“ Mit 16 hatte er seinen ersten Einsatz: Ölspur am alten Feuerwehrhaus. „Die Mama hat mich gefahren, ich hatte ja noch keinen Führerschein“, erinnert sich Probst und lacht, „wie immer, sogar wenn auch nachts der Piepser gegangen ist.“ Mit 21 wurde er Gruppenführer, dann war er zuständig für die Strahlenschutz-Sonderausrüstung des Landkreises, 2016 wurde er Kreisbrandmeister – immer ehrenamtlich. „Ich hab‘ immer durch mein Handeln überzeugen müssen“, sagt er in Anspielung auf sein junges Alter. Seit Juli ist der Familienvater (Johanna 18, Katharina 15) nun Kreisbrandrat, wechselte in eine Verwaltungsposition, gab nach 25 Jahren seinen Beruf als Parkettlegemeister auf. „Mein Ziel war nie, ganz oben zu sein, aber ich wollte schon Verantwortung übernehmen und nicht nur mitschwimmen.“

Seitdem hat er seinen Schreibtisch beim Katastrophenschutz im Haus H. „Wir sind ein brutal gutes Team“, sagt der 45-Jährige. Die Digitalisierung zu forcieren, die Feuerwehren breiter aufzustellen und die Gesellschaft aufzuklären und zu rüsten für besondere Vorkommnisse wie Stromausfall oder Wetterextreme, sind nur ein paar seiner Ziele. Außerdem gibt Christian Probst als Brandschutzdienststelle im Landratsamt auch Stellungnahmen ab, zum Beispiel zum abwehrenden Brandschutz bei Bauvorhaben. Auf die enge Zusammenarbeit mit „seinen“ Kreisbrandinspektoren und Kreisbrandmeistern legt er viel Wert.

Zu größeren Einsätzen muss Christian Probst freilich immer noch ausrücken. Dann funktioniert er, wie immer. Bilder, Unglücke, Schicksalsschläge, die ihn nicht mehr loslassen, gab und gibt es während einer solch langen Feuerwehr-Laufbahn natürlich auch. Wie geht man mit so etwas um? Für Probst ist seine Frau schon immer der Fels. „Martina schaut mich nur an und weiß, was los ist. Und dann sagt sie: Lass uns spazieren gehen…..“

Lisa Volkart, Verwaltungsfachangestellte in der Zulassung

Schon früh am Morgen startet Lisa Volkart ihren Arbeitstag, indem sie die Tresore der Zulassungsstelle öffnet – darin liegen Plaketten, Fahrzeugbriefe, Fahrzeugscheine und andere wichtige Unterlagen, die sie für die Zulassung von Fahrzeugen braucht. Kaum wurden die Tresore geöffnet, geht es direkt an den Schalter, der für viele Bürger der erste Kontakt mit der Zulassung ist.

Die 22-Jährige ist im Landkreis Miesbach aufgewachsen, hat ursprünglich eine Ausbildung zur Industriekauffrau gemacht und sich dann bewusst für einen Neuanfang entschieden. Hier im Landratsamt hat sie den BL1-Kurs zur Verwaltungsfachangestellten absolviert und arbeitet seit Juli 2022 in der Zulassung.

Meist sitzt Lisa Volkart am normalen Schalter, doch das Team rotiert regelmäßig zwischen normalem Schalter und Händlerschalter. Der Händlerschalter ist speziell für Autohändler: Sie bringen Unterlagen mit, und alle Zulassungen werden nur für Händler abgewickelt. Am normalen Schalter bearbeiten die Mitarbeitenden alle übrigen Bürgeranliegen.

Die Zulassungsstelle Miesbach hat eine erweiterte Zuständigkeit: Sie bearbeitet nicht nur Anliegen aus dem eigenen Landkreis, sondern auch aus 12 weiteren Landkreisen von Traunstein bis Starnberg.

Die Aufgaben in der Zulassung sind vielfältig und anspruchsvoll: Volkart bearbeitet An- und Abmeldungen, Ein- und Ausfuhren, Kurzzeit- und Saisonkennzeichen, Adressänderungen, eidesstattliche Erklärungen, Halterauskünfte, Versicherungsanzeigen, Aufbietungen, Nachlassfälle und vieles mehr. Sie gibt Umweltplaketten aus, fügt Saisonzeiträume hinzu und stellt neue Fahrzeugpapiere aus. Bei Kennzeichenzusätzen wie „H“ (Oldtimer) oder „E“ (Elektrofahrzeug) werden neue Kennzeichen geprägt und die entsprechenden Dokumente angepasst.

An einem normalen Tag bearbeitet das Team rund 50 Zulassungen; an langen Donnerstagen können es bis zu 150–200 sein. „Langweilig wird’s bei uns wirklich nie“, sagt Lisa Volkart und lacht.

Martin Ernst, Bauingenieur

Bei ihm laufen viele Fäden zusammen: Martin Ernst ist Bauingenieur am Landratsamt Miesbach und als solcher auch zuständig für den Ersatzbau. Sein Büro ist im Container auf der Klosterwiese untergebracht, wo alle hausinternen und -externen mit dem Ersatzbau Beschäftigten ihren Arbeitsplatz bezogen haben. Wer Martin Ernst näher kennt, lernt schnell seine konstruktive Gelassenheit zu schätzen. Denn aus der Ruhe bringt ihn selten etwas.

Dabei sind seine Aufgaben alles andere als gelassen: Martin Ernst hat während der Projektphase unserer neuen Amtsstuben die Planer- und Firmenbetreuung sowie die bauliche Schnittstellenkoordination übernommen. Das heißt, er muss also die Ansprüche und Bedarfe von in etwa 40 Firmen und Betrieben von Rohbau über Innenausbau und Außenanlagen sowie die meistens nicht weniger anspruchsvollen Planern und Architekten unter einen Hut bringen. Gibt es da auch mal Stress auf der Baustelle? „Ich versuche immer, deeskalierend einzuwirken. Ich mache deutliche Ansagen, aber werde nicht cholerisch“, erzählt Ernst. Das Schöne sei, dass man dabei eigenständig arbeiten könne, auch die Zusammenarbeit mit der neuen Fachbereichsleiterin Jessica Lauterbach, und der Zusammenhalt im Team 13.1 sei hervorragend. Das Vertrauen, das ihm Lauterbach und auch der ehemalige Kämmerer Gerhard de Biasio entgegenbringen, schätze er sehr. 

Einer, der für ihn ebenfalls enorm wichtig ist, ist unser Hausmeister Konrad Niggl. Er übernimmt nämlich zu einem Großteil die bautechnische Betreuung der anderen Häuser wie unter anderem B, C und D, für die Ernst auch zuständig ist. „Konrad ist kompetent, pragmatisch und engagiert, das läuft ganz wunderbar. Auch sein außergewöhnliches Engagement bei der Errichtung des Ersatzbaus sollte man nicht als selbstverständlich voraussetzen“

Vor seinem Job am Landratsamt betrieb Ernst ein eigenes Ingenieur-Büro in Miesbach. Auch hier hatte er schon oft Kontakt mit Behörden, kann daher gut die Unterschiede zur Privatwirtschaft definieren. „Dort gibt es klare Strukturen, das Arbeiten (und die Bezahlung) ist leistungsbezogen. Dafür hast Du in einer Behörde geregelte Arbeits- und Urlaubszeiten.“ Nach seinem Wechsel ans Landratsamt war er gleich unter anderem für die Erweiterung des Gymnasiums Holzkirchen verantwortlich. Auch das sei eine spannende Zeit gewesen. „Mir macht mein Job Spaß.“


Lena Renner, Kommunale Jugendpflegerin

Wer im Landkreis Miesbach mit Jugendlichen arbeitet oder Jugendbeteiligung stärken möchte, kommt an einem Namen kaum vorbei: Lena Renner, 38 Jahre alt, kommunale Jugendpflegerin und mit ganzem Herzen im Einsatz für die junge Generation.

Ursprünglich kommt Lena aus Hessen. Nach Bayern zog sie aus einem ganz persönlichen Grund: Sie wollte näher an die Natur, an die Berge und an die Freizeitmöglichkeiten. Seit mittlerweile sechs Jahren ist Lena im Landratsamt Miesbach tätig. Ihr Weg führte sie von der Ausbildung zur Erzieherin über die Arbeit in einem Kinderheim hin zum Studium der Sozialen Arbeit. Zusätzlich hat sie die Qualifikation als Prozessmoderatorin für Jugendbeteiligung erworben.

Zuständig ist Lena für den gesamten Landkreis. Sie berät Bürgermeister, begleitet Gemeinden, arbeitet eng mit Jugendvereinen und Ehrenamtlichen aber vor allem mit den Jugendlichen selbst. Bei Jungbürgerversammlungen, Austauschformaten oder Gesprächen mit Jugendvertretungen ist sie stets präsent, hört zu, vermittelt und schafft Räume, in denen Jugendliche ernst genommen werden.

Ihr Leitsatz ist klar und spürbar: „Kinder & Jugendliche sind auch Bürgerinnen und Bürger des Landkreises – sie dürfen nicht hinten runterfallen, egal wie knapp die Kassen sind.“

Dafür packt sie an: Sie entwickelt Konzepte, stößt Projekte an und kümmert sich um die Förderung. Sie beantragt Gelder beim Bund, beim Bayerischen Jugendring oder beim Deutschen Kinderhilfswerk, um gute Ideen in die Realität zu bringen. So entstanden bereits selbstverwaltete Jugendräume, Festivals, Jugendfrühstücke, Freizeitanlagen im Freien und viele andere Formate, die Jugendlichen echte Teilhabe ermöglichen. Die neuentstandene Onlineplattform des Landkreises „JuZone“ (Kurzform für Jugendzone) soll Jugendliche in Zukunft mit allen wichtigen Infos versorgen.

Gemeinsam mit dem Kreisjugendring schult sie aktuell Jugendbeauftragte, damit Jungbürgerversammlungen nicht nur Austausch bieten, sondern am Ende auch konkrete Ergebnisse entstehen. Diese Beteiligungsform hat Lena über die Jahre hinweg stetig weiterentwickelt und auf viele Gemeinden ausgeweitet.

Ihr Arbeitsalltag spielt sich überwiegend draußen im Landkreis ab. Nur rund 30% ihrer Zeit verbringt sie am Schreibtisch – der Rest gehört Gesprächen, Terminen, Veranstaltungen, oft auch abends oder am Wochenende. Dabei vernetzt sie die Akteure, begleitet Ehrenamtliche, und manchmal bringt sie einfach spontan Spielzeug bei Kindern aus Asylunterkünften vorbei, wenn sie merkt, dass etwas fehlt.

Zu ihren Herzensprojekten zählt das politische Engagement im Landkreis Miesbach. Mit zwei Gruppen hat sie auch internationale Begegnungen organisiert, darunter Reisen ins Europaparlament und zur Bayerischen Vertretung in Brüssel. Weitere Planungen gibt es zum internationalen Austausch von Jugendgruppen mit den Partnergemeinden des Landkreises.

Lena ist als Stabsstelle im Jugendamt angegliedert und arbeitet weitgehend eigenständig, aber mit großer Unterstützung. Sie fühlt sich beim Landratsamt gut aufgehoben und schätzt das Vertrauen ihres Vorgesetzten sehr: „Ich bekomme Rückhalt und die Freiheit, wirklich etwas bewegen zu können.“

Wenn Lena sieht, wie Jugendliche wachsen, sich engagieren, ernst genommen werden und Projekte Realität werden, dann sagt sie: „Da geht mir das Herz auf.“

Stephan Kupferschmid, Staatliche Rechnungsprüfungsstelle

Zahlen, Haushalt, Buchhaltung, Kasse – sein Job ist nur auf den ersten Blick „nerdig“: Stephan Kupferschmid ist Staatlicher Rechnungsprüfer am Landratsamt und damit für sieben Gemeinden (unter 5000 Einwohnern), zwei Zweck- und vier Schulverbände im Landkreis zuständig. Deshalb ist der 44-Jährige aus Rosenheim auch eher selten in seinem Büro. „Meistens bin ich in den Rathäusern vor Ort“, sagt Kupferschmid. Drei bis vier Monate kann so eine Prüfung dauern.

Aber was wird denn überhaupt geprüft? Zunächst die Kasse jeder Gemeinde. Einzahlungen, Ausgaben, Investitionen, Baumaßnahmen, Vertragswesen, Personalwesen, Haushaltskreislauf, aber auch der Zugang zur Kasse, der Tresor, Zuständigkeiten für Bankgeschäfte. Ist der Haushalt überhaupt genehmigungsfähig? Unter anderem diese Themen prüft Stephan Kupferschmid nach Gemeindeordnung und Haushaltvorschriften. Er weiß: „Wenn man möchte, kann man sehr viele Feststellungen treffen.“ Er ist aber bekannt dafür, dass er mit den Gemeinden und den Mitarbeitern zusammen von ihm beanstandete Mängel, Fehler oder Probleme löst. „Wir haben ein gutes Verhältnis.“

Alle drei Jahre taucht der Staatliche Rechnungsprüfer unangemeldet bei den Gemeinden auf. Und dann werden Bücher, Aktenordner und Ablagen gewälzt. Als Externer hat Kupferschmid einen Blick von außen auf die Gemeinde und kann oft Hilfestellungen geben. Er möchte das Prozedere für die zu prüfenden Einrichtungen vereinfachen: „Deshalb entwerfe ich verschiedene Vorlagen und Muster, die den Gemeinden vieles erleichtern können.“

Schon seit 13 Jahren ist der Rosenheimer als Beamter im gehobenen Dienst am Landratsamt in Miesbach tätig. Erst in der Führerscheinstelle, dann im Team Kommunales, das er drei Jahre leitete. Seit 2019 ist er Staatlicher Rechnungsprüfer. Langweilig wird es ihm nie. Auch wenn er zugeben muss: „Manchmal bin ich zwei Tage nur mit einem Thema beschäftigt, und freue mich dann, wenn einer mit einem neuen Anliegen bei mir anruft.“ 


Anna Walleitner, Projektmanagerin in der Mobilitätsentwicklung

Seit März 2025 verstärkt Anna Walleitner das Team Mobilitätsentwicklung am Landratsamt. Die 27-jährige Tegernseerin ist ein echtes Landkreis-Gewächs. Langlauftrainerin beim SC Rottach-Egern, Kassier beim RC Rottach-Egern, Trachtenverein – Anna Walleitner ist vielseitig interessiert und talentiert. Einen Bachelor-Abschluss hat sie in Philosophie, einen Master in „Environment and Society“. Sie ist bodenständig, hat aber den nötigen Weitblick. Unter anderem war Helsinki eine ihrer Stationen während ihres Studiums. „Ich fand es daher richtig cool, hier etwas vor Ort zu machen.“

Im Team der Mobilitätsentwicklung ist sie unter anderem für den Mobilitätstag, die Europäische Mobilitätswoche, On-Demand-Verkehr, das Mobilitäts-Konzept, die Mobilitäts-Werkstatt und die Öffentlichkeitsarbeit wie den Newsletter der Mobilitätsentwicklung zuständig. Wie sieht’s denn da mit der eigenen Mobilität aus? Anna Walleitner muss lachen: „Es ist jetzt nicht so, dass ich nie Auto fahre, aber es stimmt schon, dass ich viel mit Bus und Rad unterwegs bin.“ Ihr liegt es am Herzen, die Menschen beim Thema Mobilität zusammenzubringen.

Sie möchte die Bevölkerung dazu bringen, sich auch einmal auf etwas Neues einzulassen. Dafür ist sie auch mit jeder Landkreis-Kommune in Austausch und arbeite an Formaten wie der Europäischen Mobilitätswoche, um Bürgerinnen und Bürger mitzunehmen. „Wir brauchen jeden einzelnen Bürger, denn viel Verkehr machen nicht nur die Touristen, sondern wir selbst auch.“ Deshalb arbeitet sie derzeit mit ihren Teamkollegen auch an der Umsetzung des neuen Busnetzes für den Landkreis sowie an der Tegernsee-Jenbach-Linie. Attraktive Optionen für die Bürger zu schaffen, einmal das Auto einfach stehen zu lassen, das liegt ihr am Herzen.

Roland Sedlak, Sachbearbeiter Grundsicherung im Alter

Er tauschte 14 Punkte im Gault Millau gegen zahllose Paragraphen im Sozial-Gesetzbuch XII, die Großküche in Luxushotels mit dem Schreibtisch im Landratsamt: Roland Sedlak verstärkt seit zwei Jahren das Team vom Fachbereich 41 Arbeit und Soziales als Sachbearbeiter für Grundsicherung im Alter. Mit enormer Freude und Optimismus geht der 47-jährige Familienvater aus Miesbach seine Arbeit mit Bürgerinnen und Bürgern an - ein typischer Quereinsteiger.

„Mir ist die Gastronomie schon in die Wiege gelegt worden“, erzählt Roland Sedlak. Nach der abgeschlossenen Kochlehre in der Gsotthaber Stuben in Rottach-Egern schloss der damals 20-Jährige nach dem Bund eine Konditorausbildung in der Konditorei Wagner in Gmund an. Was folgte, war ein für Köche typischer Lebenslauf: Namhafte Hotels im Sauerland, auf Fuerteventura, am Spitzingsee, in Andalusien und der Schweiz, die Laufbahn vom Commis über Sous Chef bis zum Küchenchef mit 14 Punkten im Gault Millau.

Und mit jeder Treppe auf der Karriereleiter stieg auch das Stresslevel. Als er 2013 seine heutige Frau kennenlernte und 2018 sein Sohn die Familie komplett machte, war klar: Das „Herumtingeln“ ist nicht mehr kompatibel mit diesem Leben. Roland Sedlak wurde Küchenchef in Pflegeheimen. „Ich hatte große Freude daran, aus den schwierigen vorgegebenen Rahmenbedingungen das Beste für die alten Leute rauszuholen.“ Doch 2020 der Zusammenbruch. „Mich hat’s komplett zerlegt.“

Raus aus dem Strudel. Er bewarb sich beim Landratsamt. „Ich wollte weiter für Menschen arbeiten.“ 2025 absolvierte der 47-Jährige erfolgreich die Prüfung zum Beschäftigten-Lehrgang I. „Das Lernen war die Hölle“, erinnert er sich und muss lachen. Verantwortungsvoll und mit positivem Denken geht er seiner Tätigkeit nach. „Unseren Bürgern die Gesetze erklären, sich mit Freude darum zu kümmern“, das liege ihm am Herzen. Das Thema Grundsicherung im Alter ist kein einfaches, aber auch hier will Roland Sedlak nur das Beste für ältere Menschen. 130 Grundsicherungsfälle bearbeitet er derzeit. Manche leichter, manche schwieriger. „Aber diese Fälle dürfen dich nicht berühren. Ich kann ja nur so weit gehen, wie es der Gesetzgeber zulässt“, sagt er. Kochen tut er noch immer gerne, zu Hause. Am liebsten Ochsenschwanzravioli mit Rosmarinbutter.

Sophie Meineke und Tanja Meixner, Poststelle


Sie gibt es nur im Doppelpack: Tanja Meixner und Sophie Meineke von der Poststelle. Die beiden sind bei uns im Amt sowas wie die „Mädchen für alles“ – und immer gut drauf. „Wir kennen jeden und wissen alles“, sagt Tanja Meixner und lacht. Seit sechs Jahren bereits ist die 39-Jährige aus Fischbachau in der Poststelle tätig, seit dreieinhalb Jahren Seite an Seite mit Sophie Meineke (24) aus Miesbach, die zuvor ein Jahr lang bei uns im Contact-Tracing-Team gearbeitet hatte.

Ihr Arbeitstag beginnt um 6.30 Uhr. Dann werden erstmal alle Türen und Tresore aufgesperrt, dann die Briefkästen am Infopoint und Haus B geleert. Schließlich werden täglich mehr als 200 Briefe und Zusendungen von der Postfiliale abgeholt. Und dann geht’s ans Verteilen: 72 Postfächer haben die beiden in der Poststelle unter Kontrolle – unter anderem jeder Fachbereich, jede Stabsstelle, jede Gemeinde, jede Schule, deren Träger der Landkreis ist. Von dort holen sich die Kolleginnen und Kollegen jeden Tag ihre Einsendungen ab. Meixner und Meineke sind aber auch viel in Miesbach unterwegs, liefern Post ans Bauamt, Veterinäramt oder ans Schulamt.



Nicht selten fungiert das Fenster am Tresen in der Poststelle als Kommunikations-Desk. „Freilich, wir bekommen alles ab, da wird auch viel verbal bei uns abgeladen, aber das ist völlig ok“, verrät Tanja Meixner. Das sei eigentlich auch genau das Schöne an ihrem Job, meint ihre Kollegin. „Die Arbeit ist total vielseitig.“ Man komme viel herum, habe mit fast allen der 500 Mitarbeitenden irgendwie irgendwann wegen irgendwas Kontakt. „Wir sind der Infopoint fürs ganze Haus.“

Das digitale Behördenpostfach zu verwalten und das Amtsblatt zu erstellen, gehört genauso zu ihren Aufgaben, wie förmliche Zustellungen aus dem Amt hinauszuschicken – Bescheide, Genehmigungen, Bußgeldanforderungen. „Hier muss alles akkurat laufen“, gibt Tanja Meixner zu bedenken, „allein schon wegen des Datenschutzes.“

Neben ihrer Arbeit in der Poststelle sind die beiden noch für vieles mehr bei uns zuständig. Neue Gasflaschen für die Wasserautomaten? Änderungen bei Türschildern? Milch und Bohnen für die Kaffeemaschine? Schlüssel für die Dienstwagen? Eine Weste aus dem Mitarbeiter-Shop? Oder  eine öffentliche Bekanntmachung im Schaukasten? Egal, Tanja Meixner und Sophie Meineke kümmern sich drum. „Wir ergänzen uns perfekt“, sagt Tanja Meixner. „Sophie kennt die Namen der Kollegen besser, ich kann die Fachbereiche zu den Namen besser zuordnen.“ Zudem seien sie auch privat sehr eng befreundet. Als die 24-Jährige vor kurzem ihren BL1 machte, fungierte die 39-Jährige als Mental-Trainerin. „Das war Teamwork“, lacht Meixner. 

„Uns gibt es nur im Doppelpack“, sagt Meixner. Daher auch ihr Spitzname: „Sonja“. Eine ehemalige Kollegin konnte sich partout die Namen der beiden nicht merken und mischte einfach Sophie und Tanja zusammen. Seitdem sind die beiden im Haus als Sonja bekannt – sowie für gute Laune und gute Arbeit.