Brutzeit ist Schonzeit
Eine Kampagne des Landratsamtes Miesbach in Zusammenarbeit mit der Deutschen Initiative Mountainbike e.V. (DIMB) soll für ein rücksichtvolles Verhalten während der Brutzeit der Rauhfußhühner sensibilisieren. Unterstützung erhält die Aktion von den Gebietsbetreuern des Mangfallgebirges und den Naturschutz-Rangern des Landratsamtes.
Bergsportaktivitäten wie Wandern oder Mountainbiken sind Natursport – und es liegt nahe, dass diese möglichst naturverträglich ausgeübt werden sollten. Dazu gehört auch ein umsichtiges Verhalten während der Balz- und Brutzeiten der Tiere – insbesondere bei bedrohten Arten wie dem Birkhuhn, das auf der Roten Liste steht und vom Aussterben bedroht ist. Johanna Völkel, Gebitesbtereuerin am Landratsamt Miesbach schätzt, dass im gesamten Mangfallgebirge nur noch rund 80 Exemplare dieser äußerst scheuen Art leben. Ihr Fortbestand hängt maßgeblich davon ab, dass Balz-, Brut- und Aufzuchtzeiten nicht gestört werden.
Um auf besonders störendes Verhalten während der Balzzeit (April bis Mai) und der Brut- und Aufzuchtzeit (Ende Mai bis Mitte Juli) aufmerksam zu machen, hat das Landratsamt Miesbach gemeinsam mit den Gebietsbetreuern, den Naturschutz-Rangern und der DIMB eine Bildkampagne entwickelt.
Die Brut des Birkhuhns findet in den Latschen- und Almweideregionen mit lichtem Bewuchs statt. Die Tiere nutzen die Dämmerung und die frühen Morgenstunden zur Nahrungsaufnahme – in dieser sensiblen Zeit sollten sie keinesfalls gestört werden. Nachtläufe mit Stirnlampe oder Fahrten in der Dämmerung gilt es daher zu vermeiden. Auch tagsüber kann beispielsweise ein freilaufender Hund erheblichen Stress verursachen, da das Birkhuhn ihn als Fressfeind wahrnimmt.
Die Kampagne wurde durch Mittel des Bayerischen Naturschutzfonds des Landratsamtes Miesbach und der DIMB finanziert und von der DIMB IG Bayrische Voralpen ehrenamtlich umgesetzt.
Die Kommunikation erfolgt über mehrere Kanäle wie die Naturschutz-Ranger, die Gebietsbetreuer des Landratsamtes Miesbach, sowie die zielgruppenspezifischen Kanäle der DIMB. Alle Beteiligten freuen sich über eine möglichst breite Streuung der Informationen, um dem Birkhuhn eine störungsfreie Brut zu ermöglichen.