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24.02.2025

Drei Sporthallen endlich wieder frei - Sanierungsmaßnahmen beginnen

 

Miesbach – Mit einer erfreulichen Nachricht kann jetzt das Landratsamt Miesbach aufwarten: Die drei Sporthallen, die in den vergangenen drei Jahren mit geflüchteten Menschen belegt waren, sind nun nicht mehr belegt. „Ich bin sehr froh und dankbar, dass wir damit eines meiner größten Ziele erreicht haben“, so Landrat Olaf von Löwis. Die Turnhalle des Gymnasiums Tegernsee befindet sich bereits im Sanierungsprozess. Die ersten Schritte mit Gutachten und Schadenserfassung laufen für die Halle des Miesbacher Gymnasiums an, sobald auch alle Einrichtungsgegenstände entfernt werden konnten. Die zuletzt noch als dezentrale Drehscheibe für die Erstaufnahme im Landkreis genutzte Halle der Miesbacher Berufsschule konnte nun auch geleert werden.

Etwa drei Jahre lang waren die drei Hallen nach dem Beginn des Angriffskrieges Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 belegt - zum Teil mit Ukrainern, zum Teil mit Asylbewerbern unter anderem aus Syrien, Afghanistan, Türkei und Nigeria. Dies hatte hinreichende Folgen für alle Nutzer. Schulen mussten den Sportunterricht in andere Sporthallen verlegen, Schüler mussten dafür erst dorthin gebracht werden, Vereine konnten ihre Trainingseinheiten nicht mehr in gewohnter Manier durchführen, sondern mussten ebenfalls „Obdach“ in anderen Gemeindehallen finden. „Geflüchtete in Turnhallen unterzubringen, ist und bleibt die schlechteste Lösung. Allerdings waren wir durch den Krieg gegen die Ukraine dazu gezwungen“, resümiert von Löwis. Von Herzen möchte er sich deshalb bei allen Beteiligten – ob Schul- oder Vereinssport – für ihr Verständnis, ihre Geduld und ihre Flexibilität und Kooperationsbereitschaft bedanken.

Von Anfang an habe sich der Landrat dafür eingesetzt, Alternativen zu finden. Mit der Fertigstellung der Unterkunft in Warngau Anfang dieses Jahres haben man nun endlich die Möglichkeit gehabt, die Hallen zu leeren. Den Beginn machte die Tegernseer Halle, die im Oktober 2024 bereits geräumt wurde – allerdings zu dieser Zeit noch zu Lasten der Miesbacher Hallen. In Tegernsee sind nun die Gutachten abgeschlossen. Da für die Gymnasiumshalle ohnehin bereits vor dem Ausbruch des Ukrainekrieges umfangreiche Generalsanierungsmaßnahmen geplant gewesen waren, diese aber während der Belegung logischerweise aufs Abstellgleis geschoben wurden, hat man sich nun darauf geeinigt, vorerst die für eine Interimsnutzung notwendigen Reparaturen durchzuführen, auch an der Kletterwand. Vorsichtigen Schätzungen zufolge wäre die Tegernseer Halle nach den Osterferien so wieder nutzbar. Für das Jahr 2027 werde dann die Generalsanierung angestrebt.

Aus der Gymnasiumshalle und der Berufsschulhalle Miesbach sind die letzten Geflüchteten vor wenigen Tagen nach Warngau umgesiedelt worden. Im Gymnasium läuft jetzt der Prozess mit Gutachten und Schadensfeststellung erst an. Erst danach können der Umfang und die Dauer der Sanierungsmaßnahmen genau abgeschätzt werden. Dementsprechend kann auch erst dann ein Termin für die Wieder-Inbetriebnahme in Aussicht gestellt werden.

Der letzte Coup gelang dem Landratsamt in der vergangenen Woche. Bislang fungierte die Berufsschulhalle in Miesbach immer noch als dezentrale Drehscheibe. Sprich, die Busse, die in der Regel alle zwei Wochen von den Ankerzentren und der Erstanlaufstelle München in den Landkreis geschickt wurden, wurden hier in Empfang genommen, die Geflüchteten registriert und vorläufig aufgenommen, ehe sie in dezentrale Unterkünfte im Landkreis verteilt wurden. Mit einem wahren Kraftakt möchte man nun den Registrierungsprozess in dafür ausgestattete Räume des Landratsamtes verlegen und die Menschen danach nach Warngau bringen, von wo aus sie dann verteilt werden sollen, sollte nicht eine andere dezentrale Anschlussunterbringung für sie geeigneter sein. In der Unterkunft in Warngau selbst, das aktuell mit etwa 230 Menschen belegt ist, ist eine Erstaufnahme aufgrund fehlender technischer Voraussetzungen nicht möglich.

Ein besonderer Dank gilt den Mitarbeitenden des Landratsamtes, die bereit sind, die Registrierung der ankommenden Flüchtlinge in den Räumen des Landratsamtes vorzunehmen. Nur diese vorbildliche Vorgehensweise ermöglicht es, die Berufsschulturnhalle wieder ihrem ursprünglichen Zweck zuzuführen und gleichzeitig die Flüchtlingsaufnahme weiterhin effizient und koordiniert zu gestalten.

Das heißt, auch für die Berufsschulhalle läuft demnächst der Gutachten-Prozess an. Jede Art der Sanierung muss jedoch immer in enger Absprache mit der Regierung von Oberbayern erfolgen, da diese auch die Finanzierung übernimmt. „Deshalb muss ich auch weiter alle Beteiligten um Geduld und Verständnis bitten“, sagt Olaf von Löwis. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Hallen wieder ihrer eigentlichen Bestimmung zu übergeben.“