Waldbrand-Bekämpfung funktioniert nur gemeinsam
Zehn-Jahres-Konzept Katastrophenschutz: Waldbrand-Gruppenführer trainieren den Ernstfall in Rottach-Egern
Bei einer Waldbrandübung in Rottach-Egern haben Feuerwehrkräfte gemeinsam mit der Bergwacht, dem Technischen Hilfswerk (THW), den Bayerischen Staatsforsten und 22nd Wildlife die Bekämpfung eines simulierten Vegetations- und Waldbrandes unter realitätsnahen Bedingungen trainiert. Die Veranstaltung war Teil der Fortbildung zum Waldbrand-Gruppenführer und verfolgte das Ziel, Führungskräfte der Feuerwehren auf Einsätze bei Wald- und Vegetationsbränden vorzubereiten. Finanziert wurden Material und Ausbildung aus dem Topf des im Juli 2023 vom Kreistag beschlossenen Zehn-Jahres-Konzepts für den Katastrophenschutz im Landkreis Miesbach. Deshalb waren auch die Fraktionssprecher des Kreistags vor Ort dabei und erlebten, wie wichtig das Zusammenspiel aller Organisationen für eine erfolgreiche Waldbrandbekämpfung ist.
Wald- und Vegetationsbrände stellen Einsatzkräfte zunehmend vor besondere Herausforderungen. Unwegsames Gelände, lange Transportwege für Löschwasser sowie die dynamische Ausbreitung von Bränden im Gebirge erfordern spezielle Taktiken, fundierte Fachkenntnisse und eine enge Zusammenarbeit aller beteiligten Organisationen. Die Fortbildung begann mit einer Theorieeinheit im Feuerwehrhaus Rottach-Egern. Nach der gemeinsamen Vorbesprechung folgte am zweiten Tag ein umfangreicher Ausbildungstag mit mehreren Praxisstationen. Dabei wurden der Umgang mit Handwerkzeugen in der Vegetationsbrandbekämpfung, der Einsatz spezieller Pumpen und Armaturen, Sicherungstechnik und Absturzsicherung sowie einsatztaktische Grundlagen vermittelt und praktisch trainiert. Ergänzend wurden Fallbeispiele im Gelände bearbeitet, um die Teilnehmer auf reale Einsatzlagen vorzubereiten. Ein besonderer Schwerpunkt der Fortbildung lag auf dem Ausbildungskonzept der Waldbrand-Gruppenführer. Hierbei werden gezielt Gruppenführer der Feuerwehren für die besonderen Anforderungen der Vegetationsbrandbekämpfung im Gelände ausgebildet. Ziel ist es, dass diese Führungskräfte nicht nur selbst als Spezialisten in entsprechenden Einsatzlagen eingesetzt werden können, sondern das erworbene Wissen anschließend in ihren Feuerwehren weitergeben. Dadurch wird wichtiges Fachwissen flächendeckend in die Feuerwehren getragen und die Fähigkeiten für die Waldbrandbekämpfung nachhaltig gestärkt.
Die Ausbildung wurde von Sam Glatschke und seinem Team von 22nd Wildlife sowie von den Landkreisausbildern der Feuerwehren durchgeführt. Die Schweizer Organisation 22nd Wildlife brachte dabei ihre umfangreiche Erfahrung in der internationalen Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung ein. Die Bergwacht sowie Absturzsicherungsteams der Feuerwehren sicherten die Einsatzkräfte im Gelände, während das THW seine technischen Fähigkeiten insbesondere in den Bereichen Logistik einbrachte und den Transport der Waldbrandausrüstung der Bayerischen Staatsforsten übernahm. Den Gesamtüberblick hatte das Drohnenteam des Landkreises Miesbach, das die Lage mittels Drohne erkundete und am Mehrzweckfahrzeug der Feuerwehr Rottach-Egern aufbereitete.
Der für das Thema Waldbrandbekämpfung zuständige Kreisbrandinspektor und Organisator Florian Schöpfer zog ein positives Fazit der Ausbildung und Übung: „Die zunehmende Gefahr durch Waldbrände macht eine gezielte Ausbildung unserer Führungskräfte unverzichtbar. Mit der Fortbildung zum Waldbrand-Gruppenführer vermitteln wir nun genau die Fähigkeiten, die für anspruchsvolle Einsätze im Gelände brauchen. Die heutige Übung hat gezeigt, dass moderne Waldbrandbekämpfung nur gemeinsam mit unseren Partnern funktioniert. Mein Dank gilt allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie der Feuerwehr Rottach-Egern, die ihr Feuerwehrhaus als zentrale Ausbildungs- und Übungsstätte und für die weit angereisten Gäste zur Verfügung gestellt hat.“ Ehrenkreisbrandinspektor und Mitorganisator Florian Dirscherl ergänzte sichtlich zufrieden: „Jetzt haben wir unsere Gesellenprüfung als Waldbrand-Gruppenführer erfolgreich absolviert.“