Bestandsaufnahme der Lebensräume im Landkreis Miesbach hat begonnen
Seit Mai dieses Jahres nehmen Fachleute die Naturschätze im westlichen Teil des Landkreises Miesbach außerhalb der Alpen unter die Lupe.
Nach den ersten Erhebungen vor über 35 Jahren werden die Biotope im Landkreis Miesbach im Auftrag des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) nun erneut untersucht. „Für Behörden und Naturschutzverbände ist die Biotopkartierung besonders wertvoll und die zentrale Informationsquelle für den Erhalt der Natur im Landkreis,“ so Landrat Jens Zangenfeind.
Neues Wissen über die Naturoasen im Landkreis
Bereits beim ersten Durchgang der Biotopkartierung im Landkreis, Ende der 1980er Jahre, wurden rund 3.200 Biotopflächen mit einer Gesamtfläche von knapp 2.000 ha außerhalb der Alpen erhoben. Sie nehmen rund 4,5 Prozent der außeralpinen Landkreisfläche ein. In den kommenden drei Jahren wird das Wissen über das Vorkommen der kleinen Naturoasen nun von einem Fachbüro aus Landsberg am Lech auf den neuesten Stand gebracht.
Die Natur des westlichen Landkreises Miesbach ist sehr vielfältig: Sie umfasst das Tegernseer Tal und die Alt- und Jungmoränenlandschaft des Ammer-Loisach-Hügellandes, das der Isarvorlandgletscher nach der letzten Eiszeit hinterlassen hat, und geht im Norden in die Holzkirchner Terrassenlandschaft über. Dort eingebettet liegt eine große Bandbreite an Biotopen: Bach- und Flussläufen mit ihren gewässerbegleitenden Gehölzsäumen, Mooren, artenreichen Wiesen und Weiden, Felsbiotopen und Magerrasen die betrachtet werden. Wälder über 5.000 m2 werden nicht erfasst.
Datengrundlage für Grundeigentümer, Behörden und den Naturschutz
Ines Langensiepen, Abteilungsleiterin Naturschutz am LfU erläutert: „Biotope sind Lebensräume zahlreicher gefährdeter Tier- und Pflanzenarten; ihre Vielfalt macht sie einzigartig. Sie sind für den Erhalt unserer Landschaft und Natur von unschätzbarem Wert.“ Der amtliche Naturschutz in Bayern möchte diese Kostbarkeiten – gemeinsam mit den Grundeigentümern und Bewirtschaftern – für künftige Generationen bewahren. Die Erhebung dieser Biotope im Landkreis Miesbach bildet die wesentliche Wissensgrundlage dafür.
Landwirte können über das Bayerische Vertragsnaturschutzprogramm eine Vergütung für die naturnahe Bewirtschaftung und Pflege einer in der Biotopkartierung erfassten, pflegeabhängigen Biotopfläche erhalten.
Die Biotope im westlichen Landkreis (außerhalb der Alpen) werden über zwei Sommerhalbjahre erfasst; die Geländearbeiten sollen im Herbst 2027 abgeschlossen sein. Die Ergebnisse erscheinen ab Anfang 2029 im UmweltAtlas Bayern; betroffene Grundstückseigentümer erhalten anschließend ein Informationsschreiben. Die Kartierung des östlichen Landkreises ist für das kommende Jahr geplant; im alpinen Bereich ist derzeit keine Aktualisierung vorgesehen.
Weitere Informationen
Gemäß Art. 46 des Bayerischen Naturschutzgesetzes (BayNatSchG) ist das LfU für die landesweite Durchführung der Biotopkartierung zuständig. Die Biotopkartierung erfasst und beschreibt nach einem bayernweit einheitlichen Schema wertvolle Lebensräume. Sie liefert eine Bestandsaufnahme der wertvollen Flächen und der Pflanzenarten, die dort leben. Wiederholungskartierungen bringen die Daten auf den neuesten Stand. Das LfU koordiniert die Arbeiten bayernweit und stellt die Ergebnisse den Gemeinden und der Öffentlichkeit zur Verfügung.
Die Naturschutzbehörde am Landratsamt Miesbach und das LfU stehen für weitere Auskünfte zur Verfügung. Die Broschüre des LfU „Lebensräume erfassen und gemeinsam bewahren“ liegt im Landratsamt Miesbach aus und kann kostenfrei bestellt oder heruntergeladen werden.