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Wölfe im Landkreis - Informationen

Im Landkreis Miesbach ist – nach 2010 und 2014 - im August 2015 wieder ein Wolf nachgewiesen worden. Dieser konnte der Alpenpopulation zugeordnet werden. Er ist damit nicht identisch mit dem aus der zentraleuropäischen Population stammenden Wolf, der im April 2015 eine Schafherde bei Zorneding angegriffen hat.

Für alle fachlichen Fragen ist grundsätzlich das Landesamt für Umwelt zuständig. Für alle rechtlichen Fragen ist grundsätzlich die Regierung von Oberbayern zuständig.

Welche Wolfsverdachtsfälle gab es seit 2015 im Landkreis?

Veröffentlicht werden nur nachprüfbare Hinweise (z.B. Risse, brauchbare Fotos, etc.)

  • 23. Januar 2015
    Riss eines Rotwildalttiers im Wintergatter, Gemeinde Kreuth, genetische Analyse ergibt Hund als Verursacher.
  • 6. oder 7. August 2015
    Angriff auf Schafsherde, 2 tote Schafe, mehrere verletzte Schafe, Gemeinde Fischbachau, Bestätigung durch DNA-Analyse: männlicher Wolf aus der Alpenpopulation. Das Tier wurde zuvor bereits in der Zentralschweiz und Österreich nachgewiesen.
    Mittlerweile wurde durch genetische Spuren nachgewiesen, dass das Tier nach Österreich weitergezogen ist. Sein derzeitiger Aufenthaltsort ist unbekannt.
  • 27. September 2015
    Fund eines toten Schafes, Gemeinde Bayrischzell (zwischen Rotwand und Soinsee). Entgegen erster Vermutungen, ein Fuchs könnte der Verursacher gewesen sein, hat die genetische Analyse einen Hund als Verursacher nachgewiesen.
  • 7. Januar 2017
    Fund eines gerissenen Rehs an einer Kirrung (Futterstelle), bei Bad Wiessee, Untersuchungen ergeben Fuchs als Verursacher.
  • 2. Juni 2017
    Fund eines toten Schafes im Bereich Otterfing. Nach Meinung der Experten vom Bayerischen Landesamt für Umwelt sprechen die dort festgestellten Indizien entgegen erster Einschätzungen gegen einen großen Beutegreifer als Verursacher.
    Am Tierkörper konnten augenscheinlich letztlich keine Bissverletzungen festgestellt werden, ebenso waren in der Umgebung keine Kampf- oder Schleifspuren festzustellen.
    Das Landesamt geht von einem Befressen des Tieres erst nach dem Tod aus, das Fraßmuster (Abnagen des gesamten Halsbereichs) deutet auf einen Fuchs als Nutzer hin.
    Eine genetische Untersuchung brachte keine weiteren Erkenntnisse.

Werden Schäden an gerissenen Nutztieren ersetzt?

Ja! Der Ausgleichsfonds Große Beutegreifer, der vom BN, dem LBV, der Wildlandstiftung Bayern und dem WWF getragen und vom Bayerischen Naturschutzfonds gefördert wird, ersetzt auf freiwilliger Basis den materiellen Schaden, der Landwirten durch den Riss von Nutztieren durch Wolf, Bär oder Luchs entsteht. Die genauen Voraussetzungen (Ausgleichsregelung) sowie die Höhe der Zahlungen (Sätze zur Schadensermittlung) finden Sie auf der Homepage des LFU Bayern

Muss man als Nutztierhalter Präventionsmaßnahmen gegen den Wolf ergreifen?

Das kommt darauf an. Grundsätzlich darf der Ausgleichsfonds aufgrund europarechtlicher Bestimmungen Schäden nur noch dann ersetzen, wenn der Betroffene zuvor zumutbare Präventionsmaßnahmen ergriffen hat. Bei der Präsenz eines einzelnen Wolfes ist es häufig jedoch unzumutbar, dass die Nutztierhalter einer ganzen Region Präventionsmaßnahmen ergreifen. Ab wann und welche Präventionsmaßnahmen ergriffen werden müssen, um im Ernstfall Schadensersatz zu erhalten („Grundschutz“), bestimmt das Landesamt für Umwelt, das dies im Internet veröffentlicht. Ab Veröffentlichung haben die Nutztierhalter der betroffenen Region idR. 1 Jahr Zeit zur Umsetzung. Die Einhaltung des Grundschutzes hat möglicherweise auch haftungsrechtliche Relevanz. Davon zu unterscheiden sind Hinweise für freiwillige Schutzmaßnahmen. Hier finden Sie die entsprechende Veröffentlichung des Landesamts für Umwelt

Wie kann ich meine Nutztiere schützen und werden entsprechende Maßnahmen gefördert?

Es gibt für Präventionsmaßnahmen einen Präventionsfonds, der vom Bayerischen Umweltministerium und vom Bayerischen Landwirtschaftsministerium getragen wird. Ansprechpartner bei Präventionsmaßnahmen und einer etwaigen Förderung ist das Landesamt für Umwelt (Kontaktdaten siehe unten).

Wie verhalte ich mich, wenn ich einem Wolf begegne?

Es ist äußerst selten, einem Wolf in der freien Wildbahn zu begegnen. Wölfe meiden in der Regel den Kontakt mit Menschen, jedoch nutzen sie durchaus die vom Menschen gestaltete Kulturlandschaft. Wenn Sie einem Wolf begegnen sollten, beachten Sie bitte folgende Verhaltensregeln:

  • Haben Sie Respekt vor dem Tier.
  • Laufen Sie nicht weg. Wenn Sie mehr Abstand möchten, ziehen Sie sich langsam zurück.
  • Falls Sie einen Hund dabei haben, sollten Sie diesen in jedem Fall anleinen und nahe bei sich behalten.
  • Wenn Ihnen der Wolf zu nahe erscheint, machen Sie auf sich aufmerksam. Sprechen Sie laut, gestikulieren Sie oder machen Sie sich anderweitig deutlich bemerkbar. Der Wolf wird sich daraufhin in der Regel entfernen.
  • Laufen Sie nicht hinterher – Wölfe sind keine Kuscheltiere.
  • Füttern Sie niemals Wölfe – die Tiere lernen sonst sehr schnell, Menschen mit Futter zu verbinden und suchen eventuell aktiv die Nähe des Menschen auf.

An wen wende ich mich, wenn ich glaube, einen Wolf gesehen zu haben?

Wenn Sie glauben, einen Wolf im Landkreis Miesbach gesehen zu haben, verständigen Sie bitte die untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Miesbach, Herrn Faas, oder
die Fachstelle Große Beutegreifer am bayerischen Landesamt für Umwelt, Telefon: 09281 1800-4640, E-Mail: fachstelle-gb@lfu.bayern.de.

 

Es können auch sonstige ungewöhnliche Ereignisse gemeldet werden, die im Zusammenhang mit einem Wolf stehen können. Veröffentlicht werden nur nachprüfbare Hinweise, d.h. solche Hinweise, bei denen der Wolfsverdacht bestätigt oder widerlegt werden kann. Der Name des Meldenden wird nicht bekanntgegeben.