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Pflegekinderdienst

- Betreuung und Beratung von Pflegefamilien
- Bewerbungs- und Überprüfungsverfahren für Pflegefamilieninteressenten

Ist eine auf Dauer oder auch zeitlich befristete Unterbringung von Kindern und Jugendlichen außerhalb ihres Elternhauses notwendig, kann die Unterbringung in einer Pflegefamilie die geeignetste Hilfe zur Förderung und Verbesserung der Erziehungsbedingungen und persönlichen Entwicklung des jungen Menschen sein. Hierfür hält der Fachbereich Jugend und Familie Miesbach anerkannte Pflegefamilien bereit und begleitet die Vermittlung.

Der Pflegekinderdienst ist zuständig für die Auswahl, das Bewerbungsverfahren, die fachliche Beratung und Betreuung der Pflegefamilien, das Durchführen des Hilfeplanverfahrens und die Koordination des Umgangs und Kontakts mit den leiblichen Eltern.

Sie haben Interesse selbst ein Pflegekind aufzunehmen?

Der Pflegekinderdienst informiert Interessenten und Familien, sowie Verwandten und Angehörige über die persönlichen Anforderungen und rechtlichen Voraussetzungen für die Aufnahme eines Pflegekindes. Für ein erstes Informationsgespräch im Fachbereich Jugend und Familie wenden Sie sich bitte an die Ansprechpartner des Pflegekinderdienstes.

Formen der Vollzeitpflege

Vollzeitpflege

Hierbei handelt es sich um eine Jugendhilfemaßnahme, die eine kontinuierliche Zusammenarbeit mit dem Pflegekinderdienst voraussetzt. Personen, die diese Form der Vollzeitpflege ausüben wollen, erklären sich bereit in einem offenen und stetigen Austausch mit dem Fachbereich Jugend und Familie zu stehen. Nach erfolgreicher Vermittlung eines Pflegekindes beinhaltet dies unter anderem regelmäßige Hausbesuche und die Teilnahme an Hilfeplangesprächen. Pflegepersonen erhalten einen entsprechenden Erziehungsaufwand.

§ 33 Vollzeitpflege gemäß SGB VIII

Hilfe zur Erziehung in Vollzeitpflege soll entsprechend dem Alter und Entwicklungsstand des Kindes oder des Jugendlichen und seinen persönlichen Bindungen, sowie den Möglichkeiten der Verbesserung der Erziehungsbedingungen in der Herkunftsfamilie, Kindern und Jugendlichen in einer anderen Familie eine zeitlich befristete Erziehungshilfe oder eine auf Dauer angelegte Lebensform bieten. Für besondere entwicklungsbeeinträchtigte Kinder und Jugendliche sind geeignete Formen der Familienpflege zu schaffen und auszubauen.

Erlaubnis zur Vollzeitpflege

Hierbei handelt es sich um eine Erlaubnis für private Pflegeverhältnisse, die keine Jugendhilfemaßnahme darstellen. Bei der Aufnahme eines Kindes oder Jugendlichen in den eigenen Haushalt bedarf es einer offiziellen Erlaubnis durch den Fachbereich Jugend und Familie. Ausnahmen hierfür finden Sie im unten stehenden Paragraphen. Pflegepersonen erhalten keinen Erziehungsaufwand.

§ 44 Erlaubnis zur Vollzeitpflege gemäß SGBVIII

(1) Wer ein Kind oder einen Jugendlichen über Tag und Nacht in seinem Haushalt aufnehmen will (Pflegeperson), bedarf der Erlaubnis. Einer Erlaubnis bedarf nicht, wer ein Kind oder einen Jugendlichen im Rahmen von Hilfe zur Erziehung oder von Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche aufgrund einer Vermittlung durch das Jugendamt,

  • als Vormund oder Pfleger im Rahmen seines Wirkungskreises,
  • als Verwandter oder Verschwägerter bis zum dritten Grad,
  • bis zur Dauer von acht Wochen,
  • im Rahmen eines Schüler- oder Jugendaustausches,
  • in Adoptionspflege (§ 1744 des Bürgerlichen Gesetzbuchs)

über Tag und Nacht aufnimmt.

(2) Die Erlaubnis ist zu versagen, wenn das Wohl des Kindes oder Jugendlichen in der Pflegestelle nicht gewährleistet ist.

(3) Das Jugendamt soll den Erfordernissen des Einzelfalls entsprechend an Ort und Stelle überprüfen, ob die Voraussetzungen für die Erteilung der Erlaubnis weiterbestehen. Ist das Wohl des Kindes oder des Jugendlichen in der Pflegestelle gefährdet und ist die Pflegeperson nicht bereit oder in der Lage, die Gefährdung abzuwenden, so ist die Erlaubnis zurückzunehmen oder zu widerrufen.

(4) Wer ein Kind oder einen Jugendlichen in erlaubnispflichtige Familienpflege aufgenommen hat, hat das Jugendamt über wichtige Ereignisse zu unterrichten, die das Wohl des Kindes oder des Jugendlichen betreffen.